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"Wer wird Millionär?"-Sieger Langrock:"Ich verballere kein Geld"

Was macht einen guten Pokerspieler aus?

Geduld, Konzentration, ein bisschen Psychologie und Mathematik. Das entspricht mir, ich gehe an Sachen sehr logisch ran.

Haben Sie seit Ihrem Gewinn schon wieder gespielt?

Nur einmal. Aber ich habe dann gemerkt, dass ich mich nicht konzentrieren kann. Ich weiß auch noch nicht, auf welchem Level ich jetzt mit dem Pokerspiel weitermachen soll. Man darf nicht zu billig spielen und auch nicht zu teuer. Wenn man das Geld nicht hat, wird man nervös, das merken die anderen.

Sie haben doch jetzt genug Scheine und können wirklich richtig loslegen.

20- oder 30-Dollar-Turniere werde ich jetzt wohl nicht mehr spielen. Ich muss mein Level anheben, damit es mich interessiert. 1000 Euro im Verhältnis zu einer Million ist nicht mehr interessant.

Sie sagen sich also jetzt: Setze ich mich mal mit 10.000 Euro an den Tisch, ich habe es ja?

So darf man nie denken. Auch 500 Euro sind mir nicht wurscht. Ich werde die Relation nicht verlieren. Niemals. Auch gegenüber meinen Freunden nicht. Ich bin ja nicht erst 22, ich sehe da überhaupt keine Gefahr.

Was machen Sie denn mit dem Geld? Eine edle Uhr kaufen, ein Auto?

Ich hatte noch nie eine teure Uhr. Ich bin sehr pragmatisch, Dinge sind dazu da, sie zu benutzen. Ich werde mir eine schöne Lederhose für die Wiesn kaufen. Ich denke an Projekte, die in Erinnerung bleiben. Mal einen Fallschirmsprung machen, das wollte ich schon immer. Ich verballere kein Geld. Ich möchte in sinnvolle Projekte investieren. Es gibt junge Unternehmer in meinem Freundeskreis, zum Beispiel einen Freund, der ein Baumhaus-Projekt hat; ein anderer bringt gerade ein Getränk zum Relaxen auf den Markt. Die hätten nichts dagegen, wenn sie jemand unterstützt.

Ihnen begegnen sicher viele Neider. Es ist erstaunlich, dass Sie noch mit der Presse sprechen.

Wieso? Meine Freunde gönnen mir den Gewinn, und Oliver bekommt einen Anteil für seine Hilfe. Fragen Sie nicht wie viel, ich sage es nicht.

Es wird diskutiert, ob und wie man Pokergewinne versteuern soll. Müssen Sie eigentlich was von Ihrer Million an den Fiskus geben?

Nein, ich muss keine Steuern zahlen. Sonst wäre der Titel der Show ja Quatsch. Schön wäre aber, wenn Pokern aus dem Hinterzimmer in die Legalität käme. Auch Online-Poker, was ja in Deutschland verboten ist, aber unheimlich viele Leute dennoch tun. Pokern ist kein Spiel wie Roulette, es ist keine Sportart wie Schach, es ist eine eigene Sparte, das sehen die Gesetzgeber nicht. Ich hoffe, durch mich kommt jetzt ein Stein ins Rollen.

Aber die Gefahr, dass man viel Geld verliert, ist doch gegeben.

Wenn man ein eigenes Unternehmen aufmacht, investiert man auch Geld, und man braucht den gewissen Glücksfaktor. Ein Restrisiko bleibt. Wie bei allem im Leben.

© SZ vom 15.03.2013/tba

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