Wahlprogramme:Punkt für Punkt

Am 15. März entscheidet sich, wer in München in den nächsten Jahren das Sagen hat. Bei der Kommunalwahl geht es um viel. Welche Partei mit welchen Positionen zum Sport antritt

Von Heiner Effern

CSU

Alleinstellungsmerkmal: Kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche auch in Hallenbäder. Eine Sport-App für alle Angebote in der Stadt. Formel-E-Autorennen auf dem Messegelände.

Stellenwert: So detailliert betreibt sonst keine Partei Sport.

Was fehlt: Nichts. Vom E-Sport über den Tanzsport bis zum Seniorensport ist alles dabei; sogar der Bürokratie-Abbau für Stadionchoreografien von Fußballfans.

SPD

Alleinstellungsmerkmal: Das Ehrenamt im Sport wird ausführlich gewürdigt und soll noch mehr gefördert werden.

Stellenwert: Mittendrin ist auch dabei, mehr nicht.

Was fehlt: Der detaillierte Beleg für die Behauptung: "Wir als SPD sind Sport-Partei." Das Programm liefert nur einen sehr generellen Überblick, der Ton ist eher staatstragend als begeistert. Konkretes für Sportler und Vereine kommt zu kurz.

Grüne

Alleinstellungsmerkmal: Sportgremien sollen offener für Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund werden. Eine Entwicklungsplanung für alle benötigten Sportstätten, unter anderem für Bolzplätze, Beachvolleyball-Anlagen oder Street-Work-out-Parks.

Stellenwert: Letztes Kapitel, dafür aber noch ordentlich motiviert.

Was fehlt: Nichts, was gleich ins Auge springt.

FDP

Alleinstellungsmerkmal: Gleich zwei neue Surferwellen für Anfänger. Ablehnung von Zuschüssen für Fußballspiele der Fifa und Uefa.

Stellenwert: Seriös mittendrin, detaillierte Vorstellungen.

Was fehlt: Nichts Wesentliches. Prävention, Freude an der Bewegung und integrative Wirkung des Sports sind gewürdigt. Dazu auch detaillierte Forderungen für die Infrastruktur.

Freie Wähler

Alleinstellungsmerkmal: So deutliches Desinteresse zeigt keine andere Partei.

Stellenwert: Drei Zeilen im sechs Seiten kurzen Wahlprogramm.

Was fehlt: Fast alles, die einzige zentrale Passage deshalb im Wortlaut: "Das Angebot an Sport- und Freizeitplätzen, die der Öffentlichkeit zugänglich sind, soll erhöht und ertüchtigt werden. Dazu gehört auch das Angebot an frei zugänglichen Sporthallen."

ÖDP

Alleinstellungsmerkmal: Bevorzugt Bio-Gastronomie in städtischen Sportstadien und Sportarten, die die Umwelt möglichst wenig belasten.

Stellenwert: Sport liegt im unteren Mittelfeld der ÖDP-Politiktabelle.

Was fehlt: Am Spitzensport liegt der ÖDP eher wenig. Dafür will sie den Breitensport fördern und für Großveranstaltungen verpflichtend ein MVV-Kombiticket.

AfD

Alleinstellungsmerkmal: Zuschüsse nur an Vereine, "die sich ausdrücklich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen".

Stellenwert: Wenig Hang zur Differenzierung.

Was fehlt: Es dreht sich viel pauschal um "Gesunderhaltung". Vorhanden ist der Wille zum Bürokratieabbau.

Die Linke

Alleinstellungsmerkmal: Die Stadt soll sich von Kunstrasenplätzen verabschieden, um kein Mikroplastik in Umlauf zu bringen. Freier Eintritt für finanziell benachteiligte Menschen zu sportlichen Events.

Stellenwert: Über den Sport wollen die Linken nicht zum Erfolg kommen.

Was fehlt: Praktisch alles, was über die Alleinstellungsmerkmale hinausgeht.

Bayernpartei

Alleinstellungsmerkmal: Oberste Lobby in der Stadt für Sportschützen und Schützenvereine.

Stellenwert: Darüber geht das Programm nicht weit hinaus.

Was fehlt: Der Blick über Sportschützen und die Liebe zum Vereinsleben hinaus. In dieser Kombination erschöpfen sich die sportpolitischen Vorstellungen der Bayernpartei weitgehend.

© SZ vom 15.01.2020
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