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Viertel-Stunde:Grün für alle

Anstich mit Maske: Der Freiluftgarten in Freiham ist eröffnet.

(Foto: ales)

Im Freihamer Freiluftgarten hat bereits der kollektive Anbau begonnen. Die Nachbarschaftshilfe hat aber schon den nächsten Schritt im Blick: Wie wäre es, später mit dem gemeinsam gezogenen Gemüse auch zusammen zu kochen?

Grün kann Gold wert sein - im Zimmer, aber vor allem draußen, beim Urban Gardening in der zubetonierten Stadt. Das neueste Projekt - der Freihamer Freiluftgarten - ist vor Kurzem gestartet, blickt aber bereits auf eine längere Vorgeschichte zurück. Aufbauend auf dem Freiluftsupermarkt und der Freiluftbox, die in Freiham bisher grüne Abwechslung versprochen haben, folgt nun ein ganzer Garten zum gemeinsamen Pflanzen, Säen, Lernen und auch Plaudern. Die Idee für das kollektive Garteln ist allerdings nicht neu.

Während in Freiham das neue Stadtquartier durch das Grünband mit den bestehenden Vierteln verbunden wird, lebt der Generationengarten in Milbertshofen diese Idee bereits seit 15 Jahren. Das angrenzende Viertel Schwabing-West sollte ein Stückchen näher rücken. In all den Jahren wurde so einiges angepflanzt, Freundschaften entstanden, meist auf lokaler Ebene. "Es ist mal jemand aus dem angrenzenden Stadtteil dabei, aber es sind doch hauptsächlich Leute, die hier in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen", erzählt Gabriele Schlaugat vom Verein Stadtteilarbeit. Freude am Garten haben aber alle. "In so einer Stadt wie München entschleunigt das natürlich."

In Freiham haben derweil die ersten Gartenarbeiten begonnen, während der Nachbarschaftstreff bereits die nächsten Schritte im Blick hat - zum Beispiel könnte man das Gemüse gemeinsam verarbeiten, beim Kochen. Mehr Erfahrung hat damit bereits Andrea Schanzenbach, die seit 2015 das "Rosen-Heim" leitet, wo diese Saison trotz Corona bereits Salat, Radieserl und Knoblauch geerntet werden. Beim Kochabend, beim Grillen oder einer Brotzeit wurden dort aus Hobbygärtnern auch gute Freunde.

Die Liste ließe sich fortsetzen: Der Ackermannbogen hat seinen "StadtAcker", Blumenau den "Interkulturellen Garten", Giesinger Gärtner treffen sich im "Grünspitz", während das Projekt "O'pflanzt is" sogar einen Umzug mitgemacht hat und nun wieder Wurzeln schlägt. Die grünen Oasen ziehen eine positive Bilanz, die Anfragen häufen sich. Wer Lust auf Rechen und Gießkanne hat, dem sei die Webseite www.urbane-gaerten-muenchen.de ans Herz gelegt - damit man einen Gemeinschaftsgarten direkt um die Ecke findet.

© SZ vom 27.06.2020

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