Vermessung der LangsamkeitWie gemütlich ist München?

Im Vergleich zu Berlin oder Hamburg gilt das Leben an der Isar als bedächtig. Kann man das Tempo einer Großstadt überhaupt messen? Sieben Zahlen, die für das Klischee sprechen.

"So lang der Alte Peter am Petersbergerl steht, so lang stirbt die Gemütlichkeit in München niemals aus", heißt es in einem Volkslied, das als "Stadthymne" gilt. Man kennt die Melodie aus den Verkehrsmeldungen im Radio, wenn man zum Beispiel mal wieder auf dem Ring im Stau steht und über Beschleunigung nachdenkt. Aussagen zur Behäbigkeit Münchens gibt es viele, auf die angebliche Gemütlichkeit werden alljährlich auf der Wiesn ungezählte Prosits gesungen. Helmut Dietl sagte einst über seine Heimatstadt: "Ich bin diese aggressive Gemütlichkeit gewohnt, hier ist alles auf eine wohltuende Weise fad." Stimmt das? Wie schnell oder langsam ist München im Vergleich zu anderen Großstädten Deutschlands? Die SZ hat versucht herauszufinden, wie schnell oder langsam der Münchner geht, sitzt, spricht, isst und fährt. Und sieben Zahlen gefunden, die der Stadt den Puls fühlen. (Von Jessica Schober)

Bild: Sara Scholz 24. Dezember 2017, 12:212017-12-24 12:21:36 © SZ.de/ jesc, chen, bew, zaj/haeg