Verkehr:Entweder Radweg oder Tempo 30

Verkehr: Wo Tempolimit gilt, so der Stadtrat, seien Radler auf den Straßen besser und sicherer aufgehoben.

Wo Tempolimit gilt, so der Stadtrat, seien Radler auf den Straßen besser und sicherer aufgehoben.

(Foto: Robert Haas)

Eigene Spuren sollen in Zonen mit Geschwindigkeits­begrenzung nach und nach zurückgebaut werden

Die Stadt wird zwei neuralgische Punkte im Radwegenetz neu gestalten und in den kommenden Jahren zahlreiche Radwege in Tempo-30-Zonen auflösen. Auch wenn es nur zum Teil so klingt, sollen beide Beschlüsse des Mobilitätsausschusses München als Fahrradstadt voranbringen. Zuerst zu den Neubauten: Die St.-Magnus-Straße in Harlaching erhält auf beiden Seiten neue Radwege, zweieinhalb Meter breit und mit einem Sicherheitsstreifen von einem Meter. Dafür fällt jeweils eine Autofahrspur weg. Dazu soll es eine Bedarfsampel für Radfahrer zur Querung der Stadelheimer Straße geben, und zwar auf Höhe der Traunsteiner Straße. Während in diesen Fällen nach den Radentscheiden wie an vielen anderen Straßen neue Radwege gebaut und bestehende erweitert werden, sollen in Tempo-30-Zonen kontinuierlich welche wegfallen.

Mit dieser Grundsatzentscheidung folgt der Stadtrat einer Praxis, die bereits bis 2019 umgesetzt wurde. Ziel war und ist es heute wieder, alte, zu schmale und dadurch oft gefährliche Radwege aufzulösen und den Raum den oft ebenso engen Fußwegen zuzuschlagen. Die Radfahrer sind in Tempo-30-Zonen nach Meinung des Stadtrats grundsätzlich besser und sicherer auf den Fahrbahnen aufgehoben. Als die damalige Stadtregierung im Jahr 2019 die Bürgerentscheide für ein besseres Radwegenetz übernommen hatte, stoppte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) dieses Vorgehen und forderte einen neuen Grundsatzbeschluss.

Der sieht nun aber nicht vor, dass flächendeckend Bagger und Lastwagen in Tempo-30-Zonen einfallen. Wie bis 2019 schon werden die Radwege nach und nach dort zurückgebaut, wo die betroffenen Straßen ohnehin saniert werden. Einen generellen Automatismus wird es aber nicht geben: Immer werden auch Sicherheitsaspekte und die Kosten geprüft. Es kann und wird Ausnahmen geben, zum Beispiel vor Schulen, gefährlichen Kreuzungen oder wenn der Verkehr in Einbahnstraßen gegen die erlaubte Fahrtrichtung freigegeben ist. Werden Radwege in Tempo-30-Zonen bei einer Sanierung erhalten, will die Stadt sie nach modernen Standards ausbauen. Wo es die Situation in Tempo-30-Zonen zulässt, sollen Fahrradstraßen entstehen. Der Grundsatzbeschluss könnte auch manchen Gastronomen glücklich machen. Denn für die so beliebten Schanigärten stellen die alten und engen Radwege oft ein unüberwindliches Hindernis dar. Liegen diese am Bürgersteig zwischen Gasthaus und den nötigen Parkplätzen, gibt es keine Genehmigung vom Kreisverwaltungsreferat.

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