Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Breno Vom Zeugen zum Hauptverdächtigen

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt Fußballprofi Breno, das Feuer in seiner Grünwalder Villa selber gelegt zu haben. Der FC Bayern reagiert "überrascht" - und empfiehlt seinem Spieler, sich in psychologische Behandlung zu begeben. Aus dem Umfeld der Mannschaft heißt es, der Brasilianer habe sich in München einsam gefühlt.

Von Susi Wimmer

Bislang wurde Fußballprofi Breno bei der Polizei lediglich als Zeuge geführt, jetzt gilt er als Hauptverdächtiger: Der 21-jährige Spieler des FC Bayern München steht laut Staatsanwaltschaft in Verdacht, in der Nacht auf Dienstag seine angemietete Villa in Grünwald selbst angezündet zu haben. Die Ermittler verdächtigen ihn der "schweren Brandstiftung". Ob ein Haftbefehl gegen den Brasilianer ergeht, war am Freitag noch unklar. "Das hängt", sagte Staatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch, "von seinem Verhalten ab", also etwa davon, ob Breno Einfluss auf Zeugen nehmen könnte, wenn er auf freiem Fuß bleibt.

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Bayern Profi

Sorge um Breno

Nach dem Hausbrand beim Münchener Fußball-Profi Breno hat der Fall dramatische Züge angenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Brasilianer, der sich mittlerweile sogar im Max-Planck-Institut für Psychatrie behandeln ließ. Der FC Bayern zeigte sich überrascht über die Entwicklung. Die Ermittlungen dauern an.

Der FC Bayern zeigte sich in einer kurzen Stellungnahme "überrascht von der neuen Situation", wollte sich aber ansonsten nicht dazu äußern, da man "keine weitere Informationen dazu besitzt". Der Verein empfahl seinem Spieler aber, sich in psychologische Behandlung zu begeben. Der ehemalige Fußballtorhüter und Sportpsychologe des FC Bayern, Philipp Laux, kümmert sich um den Brasilianer.

Er soll am Freitag ins Max-Planck-Institut für Psychiatrie eingeliefert worden sein, wo einst auch der Bayern-Profi Sebastian Deisler wegen Depressionen behandelt worden war. Der Klub bestätigte dem Münchner Merkur, dass er Breno zu einer entsprechenden Behandlung geraten habe.

Aus dem Umfeld der Mannschaft verlautete, Breno habe sich in den letzten Jahren in München oft einsam gefühlt. Der Brasilianer war bereits vor drei Jahren zum Deutschen Rekordmeister gewechselt, hatte zuletzt aber keinen Stammplatz inne und in dieser Saison wegen einer Verletzung noch kein Spiel bestritten. Breno ist verheiratet, seine Frau Renata brachte zwei Kinder mit in die Ehe, Sohn Pietro kam 2008 zur Welt.

Der Bayern-Profi, bürgerlich Vinicius Rodrigues Borges, befand sich zum Zeitpunkt des Brands in der Villa, konnte sich aber retten. Unmittelbar nach dem Feuer war er bereits ein erstes Mal von der Polizei als Zeuge vernommen worden. Nun muss er als Tatverdächtiger erneut aussagen. Breno hat sich mittlerweile einen Anwalt genommen.

Sollte Breno tatsächlich vorsätzliche Brandstiftung nachgewiesen werden, kommen erhebliche finanzielle Forderungen auf ihn zu. "Natürlich ist das Haus brandschutzversichert", sagte der Hausbesitzer am Mittwoch der SZ. "Außer natürlich, das Feuer wurde gelegt, dann haftet der Mieter." Am Freitag reagierten die Eigentümer betroffen auf die Nachricht: "Wir stehen vor einem Rätsel."

Ungewöhnlich schien der Fall von Anfang an: Als in der Nacht auf Dienstag der Grünwalder Feuerwehrkommandant Thomas Lix um 0.21 Uhr am Tatort in der Portenlängerstraße ankam, stand die komplette Villa lichterloh in Flammen. "Das Feuer muss sich wohl schon längere Zeit ausgebreitet haben", ohne dass es Breno, der angeblich im ersten Stock schlief, bemerkt hatte, mutmaßte Lix zunächst. Das war die eine Erklärung, die andere Version - nämlich Brandstiftung - ist nun ins Visier der Ermittler gerückt.

Denn nach Informationen der Süddeutschen Zeitung fanden sich in dem Haus keinerlei Hinweise auf einen technischen oder physikalischen Defekt. Was im Umkehrschluss nur eines zulässt: Das Feuer muss mit Vorsatz gelegt worden sein. "Nach bisheriger Einschätzung war der Brand kein zufälliges Ereignis", sagt Staatsanwalt Steinkraus-Koch.