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Unterschriften-Aktion der Stadtsurfer:Mehr Wasser, bitte!

Die Eisbachwellen eignen sich nur für Geübte und die Floßlände ist nur selten befahrbar: Die wachsende Münchner Surfgemeinde jammert über zu wenig Platz. Eine Unterschriften-Aktion soll nun Abhilfe schaffen. Doch die Stadt dämpft die Erwartungen.

Thomas Moßburger

Surfen in München boomt. Über 2000 Fluss-Surfer teilen sich mittlerweile die Wellen an Eisbach und Thalkirchner Floßlände - oder besser gesagt: sie müssen sie sich teilen. Denn der Hype in der Stadt hat zur Folge, dass sich an den zwei Wellen der Stadt lange Schlangen bilden. Konkret heißt das: Die Wellenreiter warten mehr, als dass sie surfen.

Lange Wartezeiten für Surfanfänger: Die Thalkirchner Floßlände ist im Moment nur für einige Stunden am Tag befahrbar.

(Foto: Privat (oh/Dieter Deventer))

Die Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM) will nun mit einer Unterschriften-Aktion die Situation für Surfer an der Thalkirchner Floßlände verbessern. Dort fließt laut IGSM-Sprecherin Petra Offermanns seit einigen Jahren zu wenig Wasser, sodass dort keine dauerhaft befahrbare Welle entstehen kann.

Während die Floßlände früher den ganzen Tag nutzbar war, ist das Surfen im Moment von 13 bis 15 Uhr möglich. So bilden sich häufig Schlangen von mindestens 30 Surfern, die dann auf ihren kurzen Auftritt lange warten müssen. Die Thalkirchner Floßlände gilt als der einzige Ort in München, an dem auch Anfänger problemlos surfen können. Die Wellen im Eisbach sind für Anfänger schlichtweg zu gefährlich, so Offermanns.

Ursache für die geringe Wassermenge an der Thalkirchner Welle ist, dass Wasser aus der Isar, bevor es die Floßlände erreicht, zur Stromerzeugung in den Bergkanal abgezweigt wird. Dieser versorgt mehrere Wasserkraftwerke der Stadtwerke München.

Die Surfer schlagen daher vor, die Abzweigung des Wassers in den Bergkanal nach Bedarf zu regeln, sodass bei Wasserüberschuss in den Kraftwerken das Wasser durch die Floßlände fließen kann. Eine weitere Idee wäre, durch bauliche Maßnahmen einen Teil des Isar-Wassers, das in das Maria-Einsiedel Bad fließt, einzusparen. Wasser, das das dann für die Surfwelle zur Verfügung stehen würde.

Die Stadt München, die auch Alleingesellschafterin der Münchner Stadtwerke ist, steht den Vorschlägen skeptisch gegenüber. Die technischen Voraussetzungen für eine bedarfsgesteuerte Leitung der Isar an der Floßlände seien im Moment nicht vorhanden. Bauliche Anpassungen am Maria-Einsiedel-Bad wären mit erheblichem Aufwand verbunden. Der Stadtrat wird sich jedoch im Herbst mit dem Thema befassen.

Grundsätzlich will die Stadt das Surfen in Thalkirchen ermöglichen, sagt Katrin Zettler, Sprecherin des Referats für Umwelt und Gesundheit. Jedoch müssen nachhaltige Energieerzeugung und Freizeitangebote wie eine Surfwelle dabei unter einen Hut gebracht werden. Außerdem beeinflussen auch äußere Faktoren die Welle. So bilden sich beispielsweise bei warmem Wetter Algen in der Isar, die den Wasserfluss bremsen. Immerhin gebe es mit Eisbach und Floßlände zwei innerstädtische Stellen für den Surfsport. "Das ist vermutlich einmalig", sagt Zettler.

Petra Offermanns findet trotzdem, dass München als deutsche Hauptstadt des Stadtsurferns mit einer stark wachsenden Surfgemeinde eine durchgehend befahrbare Welle für Anfänger braucht. Innerhalb von dreieinhalb Wochen haben sich rund 2000 Unterstützer auf der Internetseite eingetragen.

© Süddeutsche.de
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