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Unser Fasching:Konfetti aus dem Bildschirm

Faschingsclub Laim

Nicole Kohler und Sebastian Kölbl.

(Foto: Privat)

Nicole Kohler und Sebastian Kölbl dürfen zwei Jahre lang regieren

Von Ilya Portnoy

Jahrelang hatte Nicole Kohler davon geträumt, Faschingsprinzessin zu werden. Nun ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen - wenn auch anders als gedacht. Der Faschingsclub Laim (FCL) hat gerade sein zukünftiges Prinzenpaar präsentiert. Normalerweise findet die Proklamation im Alten- und Service-Zentrum (ASZ) Laim am Kiem-Pauli-Weg 22 statt, wo üblicherweise jeden Mittwoch auch die Proben und Vereinsabende laufen. Diesmal hat sich das Paar pandemiebedingt online vorstellen müssen. Nicole Kohler und Sebastian Kölbl () werden die Regentschaft dafür ausnahmsweise für zwei Jahre übernehmen.

Die beiden Versicherungskaufleute kennen sich von der Arbeit. Zum Fasching hatte der 24-jährige Kölbl bislang so gut wie keinen Bezug. Da sei es "viel wert, eine erfahrene Partnerin zu haben". Nach dem Einstieg als Gardetänzerin hat Nicole Kohler die Ausbildung zur Trainerin durchlaufen. Nun ist die 26-Jährige in ihrer neunten Saison im Faschingsclub, wo sie sich im Vorstand engagiert und die Social-Media-Kanäle betreut.

Bereits vor Monaten war die Regentschaft von "Nicole I. und Sebastian II." intern beschlossene Sache. Sodann habe sich das Paar "durch die Untiefen des Internets gewühlt", um die passende Musik für seine Auftritte zu finden, bevor es ans Schneiden und Choreografieren ging. Entstanden sei eine Mischung aus Standardtänzen und lustigen Figuren. Ihr fünfminütiges Hauptprogramm soll die Auftritte des FCL abschließen. Weil im ASZ gerade kein Training stattfindet, müssen die beiden zum Teil auf Büroräume ausweichen. Bis zur Inthronisation, die für Anfang Januar geplant ist, werden sie sich nur in Tracht zeigen, und das auch nur digital. Ihre Kostüme bleiben vorerst geheim. Farblich gibt das Paar das Thema für die Garde vor, wie die zukünftige Prinzessin erklärt.

Zwar stünden gerade Online-Veranstaltungen im Fokus, dennoch wolle man das Beste aus der Situation machen. "Dieser Fasching soll im Gedächtnis bleiben, als besondere Zeit mit besonderen Erinnerungen", so der künftige Regent. Von Anfang Januar an finden normalerweise jedes Wochenende ein bis zwei Auftritte statt, etwa beim Faschingsball im Augustinerkeller. Jetzt plane man viel draußen. So sei das Faschingstreiben am Laimer Anger noch nicht vom Tisch. Während der Neuling sich darauf freut, den ersten Auftritt hinter sich zu bringen, geht es seiner Partnerin vor allem darum, den FCL zu repräsentieren. Mit knapp 90 Mitgliedern biete der kleinste Faschingsverein der Stadt noch "mehr Raum zum Zusammenhalten".

© SZ vom 30.11.2020
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