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Unbemannte Flugobjekte:Mit Drohnen gegen Einbrecher

Kameradrohne

Setzen Menschen in Alarmbereitschaft, sind aber immer häufiger für die Sicherheit im Einsatz: unbemannte Luftfahrzeuge.

(Foto: dpa)

Immer häufiger rufen Münchner bei der Polizei an, weil plötzlich eine Drohne über ihnen schwebt. Firmen greifen verstärkt zu unbemannten Flugrobotern, um Bauvorhaben zu dokumentieren, Werbefilme zu drehen - oder um Einbrecher abzuschrecken.

Erst vor Kurzem war es wieder so weit, zahlreiche Anwohner der Leopoldstraße alarmierten besorgt die Polizei. An der Ecke zur Wilhelm-Hertz-Straße fliege eine Drohne, die Beamten müssten einschreiten. Die Mitarbeiter der Einsatzzentrale aber konnten die Bürger schnell beruhigen, es hatte alles seine Richtigkeit: Der Einsatz des Flugobjekts war ordnungsgemäß angemeldet, es sollte mit einer Kamera Fotos für das dortige Wohnbauvorhaben machen.

Es kam in den vergangenen Wochen in München häufiger vor, dass Bürger zum Telefon griffen, weil plötzlich eine Drohne über ihnen schwebte. Meist benutzen Firmen die Roboter bei Bauvorhaben oder Werbefilmen, eine Firma aus Starnberg bietet Drohnen nun sogar zum Schutz vor Einbrechern an.

Die Drohne in der Leopoldstraße etwa war von dem Unternehmen AirV8 aus Rosenheim, sie lieferte auch schon bei den Neubauten am Hirschgarten Bilder aus der Luft. An der Leopoldstraße, erzählt Firmenchef Holger Hirsch, habe seine Drohne nun Bilder des Baugeländes gefertigt, die dann in ein 3-D-Modell der fertigen Bebauung eingespeist werden sollen. So könne man sich vorstellen, wie es später einmal aussehen wird.

Bilder aus ungewöhnlicher Perspektive

Hirsch hat schon Aufträge für viele große Firmen wie VW, Siemens, Red Bull oder auch Fernsehsender übernommen. "Mit einer Drohne kann ich Aufnahmen aus Perspektiven machen, für die Kamerakräne oder Hubschrauber nicht geeignet sind", sagt der Firmenchef. Und falls ein Hubschrauber doch geeignet wäre, ist die Drohne die weitaus billigere Lösung. Obwohl ihr Einsatz je nach Volumen und Anbieter auch ein paar Hundert Euro oder sogar mehr kosten kann.

Sind die Drohen bis zu fünf Kilogramm schwer, erteilt die Luftfahrtbehörde eine allgemeine Genehmigung, ab einem größeren Gewicht benötigen die Anbieter Einzelfallgenehmigungen. In jedem Fall muss aber der Grundstückbesitzer, über dem das unbemannte Luftfahrzeug schweben soll, seine Einverständniserklärung geben. Und die Firma muss gewährleisten, dass die Drohnen mit den Kameras nichts fotografieren oder aufnehmen, was die Privatsphäre von Passanten oder Anwohnern verletzt.

Gesteuert wird die Drohne von einem Piloten, der bei leicht zu befliegendem Gelände auch die Fotos macht. Oft, sagt Matthias Kittel, ist aber noch ein Kollege dabei, der sich ums Fotografieren kümmert. Die Firma Kittel Luftaufnahmen setzt ihre Drohne ebenfalls bei Bauvorhaben ein. Da Matthias Kittel aber aus einem Unternehmen kommt, das Sicherheitstechnik anbietet, hatte er die Idee, die Drohnen auch gegen Einbrecher zu verwenden. "Für Unternehmen oder Leute mit großen Grundstücken ist das sinnvoll", sagt er. Für Gewerbebetriebe mit weitläufiger Freifläche sei es oft schwer, ihr Gelände zu überblicken.

Wenn man in regelmäßigen Abständen Fotos aus der Luft mache, könne man schnell erkennen, ob sich etwas verändert habe oder sogar etwas weggekommen sei. Er habe auch Privatkunden, sagt Kittel. Einen Villenbesitzer mit großem angeschlossenen Waldstück etwa, der ohnehin schon einen Wachdienst beschäftigt und diesen Schutz nun noch durch Bilder von Drohnen erweitert.

Für den normalen Hausbesitzer seien Drohnen eher keine Option, heißt es beim Kommissariat für Einbruchschutz der Münchner Polizei. Da gebe es wirksamere Mittel gegen Einbrecher. Bei weitläufigem Gelände könne man aber durchaus auf die Flugobjekte zurückgreifen.

Den Polizeibeamten ist eines ohnehin wichtiger: Die Genehmigung für den Einsatz der Drohnen muss vorliegen, auch damit sie besorgte Anrufer schnell beruhigen können.

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