TU in Garching Professor sagt wegen fehlender Infrastruktur ab

Und wer ist nun für das ganze Chaos auf der Baustelle verantwortlich? Die TU sagt, sie könne nichts dafür. Auch das Bauamt sieht sich nicht in der Verantwortung. Man habe den Auftrag komplett an Externe vergeben, das sei üblich so, erklärt Gero Hoffmann. Der Freistaat werde versuchen, entstandene Zusatzkosten von den beauftragten Firmen zurückzuholen. Insgesamt bewege sich das Projekt aber nach wie vor im geplanten Kostenrahmen.

Der wissenschaftliche Schaden, den die TU davonträgt, ist nicht zu beziffern. Forschungsprojekte hängen fest, und auch bei der Personalsuche tun sich die TU-Chemiker schwer. Zum Beispiel beim Lehrstuhl für Anorganische Chemie, den bisher Wolfgang Herrmann innehatte, nun aber mit 65 Jahren aufgeben muss - auch wenn er als Uni-Präsident weiter wirkt. Zum Nachfolger hatte er eines seiner wissenschaftlichen Ziehkinder erkoren: Reiner Anwander, Professor an der Uni Tübingen. Doch der habe wegen der nach wie vor fehlenden Infrastruktur abgesagt, bestätigt Herrmann, wenn man ihn danach fragt. Den Ärger will er sich nicht anmerken lassen. "Es gibt auf der ganzen Welt exzellente Leute", schiebt er hinterher.

Derzeit plant die TU, im Frühjahr 2014 das Katalysezentrum zu beziehen. Im Sommer dann soll es die offizielle Eröffnung geben, mit einem Besuch von Johanna Wanka (CDU), Annette Schavans Nachfolgerin als Bundesbildungsministerin. "Wir werden ihr bei der Terminplanung einen Zeitraum von einer Woche anbieten", kündigt Herrmann an, "dann bleibt ihr gar nichts anderes übrig, als zu kommen."

Gelöst wären die Probleme der TU-Chemiker damit aber nicht. Denn ihr in die Jahre gekommenes Stammgebäude, das direkt an das Katalysezentrum angrenzt, ist zwar für mehr als 20 Millionen Euro saniert worden. "Aber fertig ist es damit nicht", sagt Gero Hoffmann vom Bauamt. Es fehle eine neue Fassade, "die alte wird immer undichter".