Theater:Harte Hierarchie

Unter dem Titel "Dreck liebt keinen Dreck" bringt "Dasvinzenz" eine freie Interpretation von Jean Genets "Die Zofen" heraus.

Schon beim ersten Kennenlernen bildet sich der Mensch von seinem Gegenüber einen Eindruck, den die wenigsten noch einmal revidieren. Andere Menschen einordnen, das tun alle. Zu merken, dass der Gesprächspartner wissen möchte, wen er da vor sich hat, ist allerdings nicht immer angenehm. Erst recht nicht, wenn man quasi durch die Prüfung fällt, herabgewürdigt wird. Was passiert denn, wenn der eigene Status immer ganz unten angesiedelt wird? Anhand der "Zofen" von Jean Genet stellt sich die Inszenierung von Tanju Girişkens "Dreck liebt keinen Dreck" am Theater Dasvinzenz dieser Frage. Bei Genet schlüpfen die Zofen Claire und Solange in die Rolle der "gnädigen Frau" und planen ihre Ermordung. Sie sind unzufrieden mit ihrem Status, fädeln Intrigen ein und schaden am Ende vor allem sich selbst. Um Selbstdarstellung und Selbstsabotage soll es nun in "Dreck liebt keinen Dreck" gehen.

"Dreck liebt keinen Dreck", Aufführungen bis 2. Okt., Dasvinzenz, Elvirastraße 17/a, dasvinzenz.de

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