Südring-Autobahn Stadt profitiert von Südring-Autobahn

Zwischenbericht zur Machbarkeitsstudie der Südring-Autobahn: Je nach Variante würde der Mittlere Ring stark entlastet.

Von Klaus Schieder

Die Karte für den geplanten Autobahn-Südring sah einmal so verwirrend aus wie ein Schnittmusterbogen, nun wird sie immer übersichtlicher: Von ursprünglich 95 denkbaren Trassenführungen waren 18 übriggeblieben, jetzt sind es nur noch acht. Dieses Ergebnis hat die Autobahndirektion Südbayern am Dienstag in einem zweiten Zwischenbericht zur Machbarkeitsstudie vorgestellt.

Planung der Südring-Autobahn: Die acht Hauptvarianten und drei Untervarianten für Phase drei.

(Foto: Grafik: SZ)

Die Fachplaner warfen die 18 Varianten - samt 17 Untervarianten - für den Ringschluss im Münchner Süden nicht in einen Topf, um sie miteinander zu vergleichen. Vielmehr sei "ein Ranking innerhalb der Korridore" erstellt worden, sagte Paul Lichtenwald, Chef der Autobahndirektion Südbayern.

Nahezug komplett im Tunnel

Von diesen Korridoren gibt es vier. Die Trasse, die der Stadt am nächsten liegt, führt nahezu komplett in einem Tunnel von Gräfelfing über Pasing nach Unterhaching. Die von München am weitesten entfernte Route windet sich zwischen Krailling und Gauting hindurch nach Baierbrunn und Straßlach bis südöstlich von Taufkirchen.

Nach einer begleitenden Untersuchung der Fachplaner wären - je nach Korridor - zwischen 24000 und 70000 Fahrzeuge pro Tag auf dem Südring zu erwarten. "Die verkehrliche Wirksamkeit der Trassen steigt mit der Stadtnähe", sagte Baudirektorin Martina Kamischke. Ein Ringschluss würde die A99 im Westen stärker mit Verkehr belasten, je nach Variante mit 9000 bis 20000 Fahrzeugen am Tag. Dagegen würde die Autobahn im Norden und Westen entlastet, allerdings um weniger als zehn Prozent. "Ich war enttäuscht, ich hatte gehofft, dass es etwas mehr ist", sagte Verkehrsexperte Harald Kurzak. Der Mittlere Ring würde - sofern die Trasse nicht stadtfern gebaut wird - ebenfalls profitieren. Die Entlastung läge Kurzak zufolge bei 17000 bis 18000 Fahrzeugen, dies sind gut zwölf Prozent. Dabei haben die Fachplaner eingerechnet, dass Autofahrer, die sich in München auskennen und deshalb oft Parallelstraßen zum Mittleren Ring nutzen, dann wieder auf diese Hauptverkehrsader zurückkehren dürften. "Wenn 30 Prozent auf den Südring gehen, rutschen zehn Prozent auf den Mittleren Ring", rechnete Kurzak vor.

Für Lichtenwald wäre München der große Gewinner eines Autobahn-Südrings. Allerdings wies er darauf hin, dass die Fachplaner in der Machbarkeitsstudie nur "objektives Material" zusammentrügen, die Entscheidung liege bei der Politik. Die Studie soll bis zum Spätherbst abgeschlossen sein.