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Streit um Berg-Bauprojekt:Wem gehört der Grünten?

Heftige Kritik an geplantem Freizeitpark im Allgäu

"Der wüste Streit um den Berg", 13. Juni:

Es leben immer noch so Sturköpfe im Allgäu - Riedberger Horn lässt grüßen -, die nix dazugelernt haben. Sturheit wird dem Allgäuer als Charaktereigenschaft schon immer nachgesagt. Unfassbar ist für mich, dass es noch Menschen gibt, die die Klimakrise ignorieren und meinen, mit derartigen Großprojekten (und in zerstörerischer Art) die große Kohle machen zu können. So stellt sich für mich die Frage: Wem gehört der Grünten und dessen Region?

Der Unternehmerfamilie mit ihrem unsäglichen Plan? Dem Landrat oder Gemeinderat, die beide leider auch nicht die Menschen und Natur vor Ort schützen? Oder den Bauern, die ihre Wiesen für ein schnelles Geld verkaufen? Wer profitiert von der großkotzig geplanten "Grünten Berg-Welt"? Keinesfalls die Menschen in der Region, geschweige denn die Natur, sondern ausschließlich der Unternehmer, der offenbar seinen Geldkragen nicht voll kriegt. Und der bereits am Alpsee mit seinem Freizeitpark die Natur stark beeinträchtigt hat.

Auf dem Grünten liegen laut Wikipedia Teile des Landschaftsschutzgebiets "Schutz des Grüntengebiets, des Großen Waldes, der Deutschen Alpenstraße und des Wertachtals" sowie auf Teilen des Berges inklusive seiner Gipfelregion das Flora-Fauna-Habitat-Gebiet "Grünten". Das sind absolute Schutzgebiete, und das heißt: Finger weg davon!

Die "Riesenchance" (so redet der Bürgermeistervertreter über das geplante Projekt) wird einen Rattenschwanz von verheerenden Folgen nach sich ziehen: erhebliches Verkehrsaufkommen, verdichtete Flächen für Parkplätze, zerstörte Flora, Fauna und Bergwald, enormer Wasserverbrauch durch die Schneekanonen, Lärm- und Emissionsbelastungen für die Menschen in den Ortschaften und vieles mehr.

Die Bemerkung des CSU-Landrats wirkt zynisch und vernichtend, wenn er behauptet, der Region könne nichts Besseres passieren, als dass der Grünten vitalisiert werde.

Als gebürtige Allgäuerin bin ich in großer Sorge um meine reizvolle Heimat. Jetzt braucht es wieder eine Bürgerinitiative wie am Riedberger Horn, um diesen Größenwahn zu verhindern: Dieser Freizeitpark darf niemals gebaut werden! Ulrike Kornacher, Fürstenfeldbruck