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Zuschüsse:Hilfe für Helfer

Landkreis fördert Initiativen wie "Brücke" und "Startchance"

Von sabine Bader, Starnberg

Karitative Einrichtungen sind bekanntlich sehr oft auf staatliche Zuschüsse, Beiträge und Spenden angewiesen. Auch der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hatte sich in seiner jüngsten Sitzung mit vier diesbezüglichen Anträgen zu befassen. Sie stammen vom Arbeitskreis Ausländerkinder, dem Verein "Brücke", dem Kreisverband des Kinderschutzbundes und von der Stiftung "Startchance". Insgesamt unterstützt der Landkreis die vier Einrichtungen in diesem Jahr mit mehr als 250 000 Euro.

Der Arbeitskreis Ausländerhilfe wird bereits seit 1987 vom Landkreis finanziell bezuschusst. Er widmet sich unter anderemder Hausaufgabenbetreuung von Schülern aller Altersklassen und Schularten sowie der Betreuung von ausländischen Kindergarten- und Asylbewerberkindern in Übergangsklassen. Sie werden von Sozialpädagogen und ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut. Vielen von ihnen müssen zuerst die Grundlagen der deutschen Sprache vermittelt werden, um sie ins Schulsystem eingliedern zu können. Mit 18 000 Euro fördert der Landkreis dieses Engagement.

Ganz anders ist das Aufgabenfeld des Vereins Brücke. Er kümmert sich um straffällig gewordene Jugendliche und deren Wiedereingliederung sowie um die Förderung gefährdeter junger Menschen. Zu den möglichen Delikten zählen unter anderem: Körperverletzungen, Schwarzfahrten, Fahrerflucht, Beleidigung, Unterschlagung, Betrug und notorisches Schulschwänzen. Werden einem jugendlichen Straftäter vom Gericht Sozialstunden aufgebrummt, kommt der Verein Brücke ins Spiel: Er versucht im Gespräch mit dem Betroffenen, für ihn den passenden Einsatzort zu finden. Das kann ein Kindergarten, Seniorenheim, Schwimmbad oder eine kirchliche Einrichtung sein. Der Verein hat die Erfahrung gemacht, dass es für viele Jugendliche sinnvoll ist, so zu erfahren, dass ihre Taten Konsequenzen haben, die sie tragen und für die sie Verantwortung übernehmen müssen. Bereits seit 1980 gibt es den Starnberger Verein, der seit seiner Gründung vom Landkreis gefördert wird. Er beantragt in diesem Jahr 169 000 Euro und wird diese Summe auch erhalten.

Die Aufgabengebiete des Kinderschutzbundes Starnberg sind vielfältig. Sie reichen von der Kindertagespflege und dem begleiteten Umgang über Familienpaten und Schülercoaching bis hin zur Trauerbegleitung. Der Kinderschutzbund hat in diesem Jahr nach Auskunft des Vereins bedingt durch die Covid-19-Krise mit einem drastischen Mitglieder- und Spendenverlust zu kämpfen. Er beantragt daher einen Zuschuss in Höhe von 60 000 Euro. Laut Beschlussvorlage der Verwaltung hat der Landkreis seinen Zuschuss an die Einrichtung seit 2009 jährlich allerdings um 5000 bis 10 000 Euro erhöht. Der Jugendhilfeausschuss votierte dafür, dem Verein in diesem Jahr 57 500 Euro zuzubilligen.

Wie der Name schon sagt, kümmert sich die Stiftung Startchance darum, Kindern und Jugendlichen, die durchstarten wollen, eine gute Zukunftsperspektive zu bieten - und zwar vor allem denjenigen, deren familiärer Hintergrund das nicht automatisch mit sich bringt. Die Stiftung fördert junge Menschen sowohl schulisch als auch in sportlicher und kultureller Hinsicht. Sie wurde 2014 in Berg von Professor Wulf von Schimmelmann gegründet. Für dieses Jahr hat sie einen Zuschuss in Höhe von 7500 Euro beim Landkreis beantragt und wird diese Summe auch erhalten.

© SZ vom 04.03.2021
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