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Wörthsee:Gefährliches Pflaster

Wörthsee

Gut gemeint ist nicht immer gut: Der behindertengerechte Zugang in den Wörthsee ist zu kurz.

(Foto: Privat/oh)

Ortsbegehung offenbart viele Hindernisse

Das Fazit, das die Teilnehmer der Begehung von Wörthsee gezogen haben, ist alles andere als beruhigend: "Es ist wunderschön, in Wörthsee zu wohnen, aber man lebt gefährlicher als in der Großstadt." Unter der Leitung von Petra Fontana (Fachstelle für Senioren) und Max Mayer (Behindertenbeauftragter) vom Landratsamt Starnberg hatten sich Dienstagnachmittag Menschen mit und ohne Behinderung aufgemacht, Straßen und Plätze in der Gemeinde dahingehend zu prüfen, wie barrierefrei sie ist. Mehrere heikle Punkte wurden festgestellt, berichtet Ulrike Ziegler vom Seniorenbeirat Wörthsee. So könnten manche Menschen mit Behinderung den Seezugang beim "Augustiner" nicht nutzen, weil er nicht weit genug ins Wasser führe. Die gekieste Seepromenade erschwere das Rad- und Rollstuhlfahren sehr.

Straßen in der Ortsmitte von Steinebach hätten teilweise keine Gehwege, Kreuzungen seien nur schwer überschaubar. Der S-Bahnhof sei von Menschen mit Behinderung nur mit dem Auto oder über weite Umwege erreichbar, in die Postagentur mit ihren Treppen und dem zugeparkten Vorplatz kämen Rollstuhlfahrer überhaupt nicht, schreibt Ziegler. Moniert wurden außerdem die mangelnde Nahversorgung, gefährliche Stellen für Fußgänger, zugeparkte Bürgersteige sowie die fehlende Beleuchtung der Querungshilfen, der Fußwege am See und zum Bahnhof.

Was Wörthsee brauche, seien barrierefreie Gehwege, Spielplätze und Veranstaltungsräume, öffentliche Toiletten, Ruhebänke, gut lesbare Beschilderungen, Querungshilfen und Tempolimits. Das Ergebnis der Begehung bekommt nun die Gemeinde.

© SZ vom 10.09.2020 / csn

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