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Weßling:Offene Fragen zu Kiesabbau

Weßling will sein Grundwasser geschützt wissen

Spricht man von Rohstoffen, so kommen einem "Kohle", "Gas" oder "Öl" in den Sinn. Im Weßlinger Bauausschuss ging es allerdings um "Kies", genauer genommen um Kies, der im Nassabbau gewonnen werden soll. Dieses Verfahren soll eine Staubentwicklung beim Abbau und Transport verhindern. Als Träger öffentlicher Belange sollten die Weßlinger zum Vorhaben der Nachbargemeinde Gilching Stellung beziehen. Damit auch das Nassverfahren angewandt werden kann, beantragte das Gilchinger Kieswerk Jais die "beschränkte wasserrechtliche Erlaubnis zum Nass-Kiesabbau mit Wiederverfüllung". Dieser soll in einem nächsten Abbauabschnitt auf Weßlinger Flur weitergehen. Deswegen sollten die Weßlinger gleich auch mitteilen, ob der Abbau mit der Bauleitplanung der Gemeinde vereinbar ist. Für eine Stellungnahme fehlten dem Ausschuss jedoch noch Angaben, ob durch diese Technik womöglich das Grundwasser gefährdet wird. Das sollen vor der Stellungnahme Wasserwirtschafts- und Umweltschutzamt im Landratsamt feststellen.

Auch wenn aufgrund der Fließrichtung die Grundwasserströme der Gemeinde Weßling beziehungsweise Grundwasserströme zu den Wasserquellen des Kommunalunternehmens "Wassergewinnung Vierseenland" nicht direkt betroffen sind, weisen die Weßlinger darauf hin, "dass unser Grundwasser eines der höchsten zu schützenden Güter darstellt". Grundsätzlich sei es zu begrüßen, wenn Rohstoffe "ortsnah" in den Bereichen gewonnen würden, in denen auch Bedarf für die Weiterverarbeitung der Rohstoffe bestehe, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Die Steine sollen im Kies-Quetschwerk der Gilchinger Firma Jais verarbeitet werden.

Zu dem Kiesabbaugebiet gab es bereits vor Jahren ein Raumordnungsverfahren. Seit 2011 liegt es mit einer landesplanerischen Beurteilung der Regierung von Oberbayern vor. Begeistert waren die Weßlinger davon aber noch nie. In der Vergangenheit ging es vor allem um die Verkehrsanbindung. Die Weßlinger hatten die "viel zu schmale" Straße moniert, auf der die Lastwagen zwischen Kiesabbaugelände und der Autobahnauffahrt Wörthsee fahren müssten. Darauf sollte auch im aktuellen Verfahren nach Ansicht der Verwaltung hingewiesen werden. Die Straße müsse unbedingt "ertüchtigt" werden, empfahl die Verwaltung den Bauausschussmitgliedern. Schließlich habe die Regierung damals versichert "für die gesellschaftlichen Bedürfnisse notwendige Mobilität umweltschonend" zu gewährleisten.

© SZ vom 29.10.2020 / pat
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