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Weßling:Kritik an Tempo 100

Naturschützer fordern auf Weßlinger Umfahrung nur 70

Die Weßlinger Umfahrung soll am 28. November eröffnet werden. Die Straße, die die Gemeinde vom Verkehr entlasten soll, führt durch ein bewaldetes Gebiet, indem nicht nur besondere Froscharten und Fledermäuse leben, sondern auch viel Wild. Dennoch wird es keine Tempobegrenzung geben. Das heißt: Man kann mit 100 Stundenkilometern zur Autobahneinfahrt Wörthsee fahren.

Das hat den Weßlinger Bund Naturschutz (BN) auf den Plan gerufen. Die Naturschützer fordern Tempo 70 auf der neuen Straße, um Wildunfälle möglichst zu vermeiden. Sie weisen auf andere Staatsstraßen hin, bei denen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 erst kürzlich eingeführt wurde. Allerdings gilt auch auf der Umfahrung Unter- und Oberbrunn Tempo 100 trotz der Wildunfälle. Nur bei der Einfahrt Unterbrunn ist Tempo 70 vorgeschrieben. Allerdings brachte man fast auf der gesamten Strecke blaue Wildwarnreflektoren an, die angeblich die Rehe abschrecken sollen.

Das Staatliche Bauamt lehnt eine Tempobegrenzung auf der neuen Umfahrung bislang ab. "Wenn wir eine Staatsstraße bauen, dann ist sie ohne Tempolimit", sagte Christian Probst auf Anfrage, der für die Straßenbauprojekte im westlichen Landkreis Starnberg zuständig ist. "Wir planen so, dass die Sichtweiten auf Tempo 100 ausgerichtet sind", erläuterte er. Der Straßenplaner wies darauf hin, dass neben der Weßlinger Umfahrung Schutzplanken installiert sind, die eine "leicht abweisende Wirkung" auf das Wild hätten.

Man habe aber bei den Jägern angeregt, dass sie blaue Reflektoren auf die Leitpfosten kleben dürfen - allerdings müssen sie diese auf eigene Kosten anbringen und bezahlen. Zwar halten die Straßenplaner nicht viel von den Katzenaugen - "die Wirksamkeit ist bisher in keiner Studie nachgewiesen worden", so Probst - , dennoch gibt es sie an vielen Staatsstraßen. Das Fazit von Probst: "Es besteht momentan keine Veranlassung, die Geschwindigkeit zu begrenzen, da die Weßlinger Umfahrung eine gute, leistungsfähige Strecke ist."

Mehr Sicherheit gibt es aber an der Autobahnausfahrt Wörthsee. An der unübersichtlichen Einmündung in die Straße nach Etterschlag wird in der kommenden Woche eine Ampel mit Induktionsschleife installiert. Letztere ist wichtig, damit die Ampel auf Grün schaltet, wenn viele Autos die Abfahrt nehmen.

© SZ vom 18.11.2016 / pro
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