Weßling:Im Container ist noch Platz

Weßlings Bürger besichtigen Flüchtlingsunterkunft; Neue Containeranlage für Flüchtlinge in Weßling

Trotz des nasskalten Wetters nutzen viele Weßlinger die Gelegenheit, die neue Container-Anlage für Flüchtlinge zu besichtigen.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Bei der Belegung neuer Anlagen kann das Landratsamt derzeit großzügig verfahren, weil kaum neue Flüchtlinge eintreffen. Aber das kann sich jederzeit ändern

Von Blanche Mamer, Weßling

Trotz strömenden Regens sind am Mittwoch mehr als 100 Weßlinger Bürger an die Argelsrieder Straße gekommen, um die neue Containeranlage für Flüchtlinge zu besichtigen und sich anschließend bei Landrat Karl Roth und Bürgermeister Michael Muther über die Situation zu informieren. "Schaut doch gut aus", war mehrfach zu hören, oder auch: "Sehr großzügig, es gibt sogar Wäschetrockner." Grundsätzlich waren die meisten Besucher zufrieden, viele von ihnen zeigten sich bereit, sich im Helferkreis zu engagieren. Einige Kinder probierten die Schaukeln aus und ein paar Unerschrockene nahmen unter ihren Regenschirmen auf den Bänken Platz.

In den zweistöckigen Wohncontainern in hellem Mintgrün ist Platz für maximal 144 Flüchtlinge. Die 24 Wohneinheiten sind für jeweils sechs Asylsuchende gedacht und alle gleich eingerichtet. Diele mit Küchenzeile, Gemeinschaftsraum mit Esstisch, Bad mit Dusche und WC, zwei schmale Zimmer mit Stockbetten und abschließbaren Spinden.

"Da uns derzeit keine neuen Flüchtlinge zugeteilt werden, gehen wir bei der Belegung großzügig vor", sagte Landrat Roth. Eine fünfköpfige Familie bekomme keinen sechsten Mitbewohner. Am Donnerstag werde die erste Familie erwartet, sagte Sabine Neumann, Fachbereichsleiterin im Landratsamt. Die Familie aus Afghanistan wohne schon in Weßling, ihr Mietvertrag sei nicht verlängert worden, darum werde sie nun in die neue "Wohnanlage" umziehen, sagte Muther. Von Containeranlage wolle er nicht sprechen, betonte er. Die Familie sei auf einem guten Weg der Integration, die Kinder in der Schule.

In der kommenden Woche sollen eine weitere Familie und zwei Gruppen mit alleinstehenden jungen Männern einziehen. "Sie kommen aus betreuten Einrichtungen für junge Flüchtlinge, die jetzt volljährig geworden sind. Sie kommen aus Nigeria, Somalia und Afghanistan", sagte Neumann. Wie bei den Containerbauten für Flüchtlinge in den Nachbargemeinden, soll auch Weßling von der Sicherheitsfirma "Jonas Better Place" betreut werden. Solange nur wenige Wohneinheiten belegt seien, werde sich eine Sozialpädagogin stundenweise um die Flüchtlinge kümmern. Und die Ehrenamtlichen vom Helferkreis stehen bereit. Sie wollen sich um Deutschunterricht, Kinderbetreuung, Einschulung, Arbeitssuche kümmern.

"Wir werden nach und nach die Zeltlager und Provisorien auflösen. Bis zum Jahresende soll die Anlage in Weßling belegt sein", sagte Roth. Allerdings wisse niemand wie es weitergehe. Schon morgen könnten wieder mehr Flüchtlinge kommen. Ein Problem könne auch der Nachzug von Familienmitgliedern werden. Ein Problem für die Schulen ist allerdings auch, dass jetzt die Klassenbildung für das kommende Schuljahr ansteht. Darum möchte die Schulleiterin möglichst bald wissen, mit wie vielen neuen Kindern sie rechnen muss, damit sie rechtzeitig die Klassen teilen und genügend Lehrer anfragen kann.

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