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Weßling:Erfüllte Wünsche für die Grundschule

"Stell dir vor, du wärst von 7.30 bis 16 Uhr in der Schule. Welche Räume brauchst du?" Diese Frage habe sie ihren Grundschülern gestellt, berichtete Grundschulleiterin Maria Streifinger. Das Thema hatte sie als Anregung aus dem Gemeinderat aufgegriffen, denn Günther Wieczorek (SPD) hatte in einer vorhergehenden Sitzung gefragt, ob denn auch Schüler in die Planungen miteinbezogen worden seien.

"Die Schüler sprudelten nur so vor Ideen", sagte Streifinger. Große Klassenzimmer wollten sie, einen Pausenverkauf, ein Theater mit Bühne und Vorhang, eine Bücherei mit neuen Büchern, einen Aufzug, eine Küche, in der auch Schüler kochen können, einen Raum der Stille, aber auch einen Bewegungs- und Spielraum sowie Fenster, die man öffnen kann. Weitere Wünsche waren ein Trinkbrunnen, für die Buben eine Toilette mit Stehklos, ein Massageraum und ein Schwimmbad. "Mit unserem Entwurf für die neue Grundschule erfüllen wir fast alle - bis auf die letzten bei den Wünsche", freute sich Streifinger.

Gemeinsam mit dem Pädagogenteam, dem Schulhausteam, Vertretern aus Verwaltung und Gemeinderat sowie den Planern war der Vorentwurf mit dem klangvollen Namen "Design Freeze" für das "Lernhaus" am Weßlinger Sportplatz nochmals optimiert und vom Gemeinderat angenommen worden. "Heute ist ein ganz wichtiger Meilenstein für unseren Schulhausneubau", sagte Streifinger. Viele Stunden lang war um einen Kompromiss gerungen worden. Auf der einen Seite standen Wünsche der Lehrer, auf der anderen mussten die Kosten im Auge behalten werden.

Im lang gestreckten Gebäude der neuen Schule sind im Erdgeschoss Ausgabeküche und Mensa geplant. Es folgen der Musik- und Theaterbereich mit mobilen Schiebewänden und die Aula. In der Mitte der Gebäudes befindet sich der Eingang mit Garderobe, rechts die Lehrerzimmer und Schulverwaltung. Ein direkter Zugang von der Schule zur Sporthalle wurde aus Kostengründen gestrichen. Falls die Schule jemals erweitert werden muss, könnte dies verwirklicht werden, erklärte Gemeinderat Roland von Rebay vom Schulhausteam. Dafür wurde im Klassenzimmerbereich des ersten Stocks ein Differenzierungsraum aufgelöst, zwei Klassenzimmer sind damit größer als 64 Quadratmeter. Sonst wäre der Platz bei 25 bis 28 Kindern - zuzüglich Lehrkraft sowie eventuellen Schulbegleitern oder ehrenamtlicher Lernhelfern - zu eng, hatte Streifinger moniert.

Im ersten Stock befinden sich die vier "Lernhäuser", die um einen großen zentralen Raum, den "Marktplatz", gruppiert sind. Dort können Kinder einzeln oder im Team an Projekten arbeiten, durch große Fenster im Klassenzimmer immer im Blick des Klassenlehrers. Einige Räume in der Schule können multifunktional genutzt werden. Im Bedarfsfall könnten so weitere Klassenzimmer entstehen.

© SZ vom 28.11.2019 / pat
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