Tutzing:Trauer um Peter Gsinn

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Peter Gsinn war auch Ehrenmitglied der FDP gewesen, der er 42 Jahre angehörte.

Peter Gsinn war auch Ehrenmitglied der FDP gewesen, der er 42 Jahre angehörte. Gsinn half gern und oft Menschen und packte mit an, wenn es nötig war.

(Foto: Franz Xaver Fuchs)

Von Christian Deussing, Tutzing

Im Alter von 90 Jahren ist am vergangenen Mittwoch Peter Gsinn aus Tutzing gestorben. Der Optiker- und Akustikmeister war einer der bekanntesten Unternehmer in der Gemeinde. Er hatte sich vor allem für Gewerbetreibende im Ort und in der Osteuropahilfe (OEH) über viele Jahre engagiert. Für dieses "großherzige Handeln" erhielt Gsinn das Bundesverdienstkreuz am Bande. Verliehen wurde dem Tutzinger auch die Bürgermedaille der Gemeinde, die ihn für sein soziales Engagement auszeichnete.

Gsinn rief die "Aktionsgemeinschaft Tutzinger Gewerbetreibender" (ATG) ins Leben und war Mitbegründer der Ortszeitung "Tutzinger Nachrichten". Er gehörte Jahrzehnte dem Tutzinger FDP-Ortsverein an und war lange Zeit dessen Vorsitzender. Er gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern der Ortsgruppe des Vereins "Energiewende Landkreis Starnberg". Auch im "Förderkreis Kustermann Villa & Park" hatte Gsinn mitgewirkt, um das historische Anwesen und das Areal am Starnberger See zu erhalten.

Mit größter Leidenschaft half er zum Beispiel hörbehinderten Kindern in einem Heim in Kaliningrad (ehemals Königsberg), die er mit Seh- und Akustikgeräten versorgte. Für die Hilfstransporte sammelte er bundesweit Hörgeräte ein, um sie dann zu überprüfen, zu säubern und in seiner Werkstatt gegebenenfalls zu reparieren. Mit einem Facharzt passte er dann die Akustikhilfen den Heimkindern an. Gegen die Stille kämpfte der Tutzinger auch in Pidkamin in der Westukraine, wo er als 73-Jähriger in einem Internat gemeinsam mit einem Arzt mehr als 60 schwerhörigen Schülern die Hörgeräte einsetzte. Es war nicht seine erste Reise dorthin gewesen - und als er damals den Ort verließ, übergab Gsinn einem Techniker noch 4000 Batterien in der Schule, um die Nachsorge zu gewährleisten.

Tutzings Bürgermeisterin Marlene Greinwald würdigt den Verstorbenen als einen "sehr innovativen, interessierten und weltoffenen Bürger", der das Zusammenleben in der Gemeinde gestärkt und reflektiert habe. Dafür sei sie Peter Gsinn sehr dankbar, sagt Greinwald. Der Trauergottesdienst ist am Dienstag, 21. Dezember, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Joseph in Tutzing.

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