Tutzing:Spiel des Wissens

Tutzing: Preisträger  Domino - BRK Kinderhort Krambambuli

Anika Gerhard und Marcel Karls vom Hort Krambambuli nehmen von Carolina Trautner (von links) die Urkunde entgegen.

(Foto: Nila Thiel)

"Wie funktioniert Domino?" fragen sich die Kinder des Krambambuli-Horts und gewinnen für ihre Projektarbeit einen Preis

Von Fiona Löffler

Dominosteine und Mathematik. Auf den ersten Blick scheinen diese beiden Begriffe nichts miteinander zu tun zu haben. Das dem nicht so ist, beweisen die Kinder des Kinderhorts Krambambuli in Tutzing. Mit ihrem Projekt "Wie funktioniert eigentlich Domino" haben sie eine der begehrten Auszeichnungen "Es funktioniert" gewonnen. Dabei handelt es sich um ein Projekt der Bildungsinitiative "Technik - Zukunft in Bayern 4.0". Ziel des Wettbewerbs ist es, Kinder mathematisch und naturwissenschaftlich zu fördern.

Es geht darum, "gemeinsam ein Ziel zu haben und gemeinsam etwas auszuprobieren", erklärt Ingrid Nolting, Projektleiterin von "Es funktioniert". Die Kinder sollen so die Möglichkeit bekommen, Mathematik und Technik für sich zu entdecken. 15 Einrichtungen hatten sich beteiligt, sieben wurden nun ausgezeichnet. Zu gewinnen gab es Urkunden für alle Teilnehmer und 1000 Euro für den Hort. Die Idee, mit Dominosteinen zu experimentieren, ist im Hort eher zufällig entstanden. Ein Video vom "Domino-Day" inspirierte die Kinder, selbst Dominosteine zu bauen und das Geheimnis hinter einer großen Dominobahn zu erforschen. Dabei wurden die Mädchen und Buben nicht nur mit physikalischen Phänomenen wie dem Doppler-Effekt konfrontiert, sondern lernten eigenständig zu arbeiten und Ideen zu entwickeln. "Es war eine spannende Zeit und es war eine anstrengende Zeit", sagt die Hort-Leiterin Anika Gerhard über die vier Monate Projektarbeit. Die Kinder hätten Rückschläge verkraften müssen und blieben dennoch motiviert - auch wenn zum wiederholten Male die Steine schon während des Aufbaus umkippten. Und dennoch: Als Sozialministerin Carolina Trautner bei der Preisverleihung in Tutzing fragte, ob des denn Spaß gemacht habe, ertönte aus 60 Mündern ein lautes und einstimmiges und fröhliches "Jaaa".

Die Krambambuli-Kinder sind jetzt echte Domino-Experten. Welche Arten von Dominosteinen gibt es? Wie groß müssen die Abstände zwischen den Steinen sein? Was gibt es in den Kurven zu beachten? Und wo baut man die Strecke überhaupt auf? Fragen, deren Antworten die Mädchen und Buben zuletzt auf den Grund gegangen sind. Zusammen mit den Erziehern haben sie das Projekt Schritt für Schritt aufgebaut und mit Hilfe von Experimenten und Spielen ermittelt, welche Steine am schnellsten umfallen und ob ein Stein aus Schokolade genauso gut funktioniert wie einer aus Holz oder Plastik.

Das Ergebnis ist beeindruckend. Durch den ganzen Raum verläuft die Dominobahn der Hortkinder, umrundet Tischbeine und überquert Brücken. Und auch wenn nicht immer alles reibungslos funktioniert und die Steine an der ein oder anderen Stelle noch einen kleinen Schups brauchen, hat sich die Arbeit und das Engagement der Kinder gelohnt.

© SZ vom 05.07.2021
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