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Tutzing:Neues Parksystem

Gemeinde reagiert auf Verkehrschaos im Sommer

Mit einem Parkleitsystem will Tutzing vor allem an schönen Sommertagen Ausflügler aus den Wohngebieten nahe dem Seeufer fernhalten. Ortsfremde sollen mit Tafeln gleich an den Ortseingängen auf vorhandene Parkplätze westlich der Hauptstraße dirigiert werden. Der Arbeitskreis Mobilität, in dem Gemeinderäte parteiübergreifend für Verkehrsprobleme am Ort nach Lösungen suchen, reagiert mit dem Parkleitsystem auf das Chaos, das sich in diesem Corona-Sommer mit überdurchschnittlich vielen Naherholungssuchenden als besonders dringlich in der Seegemeinde gezeigt hat.

Sechs Parkmöglichkeiten sollen ausgewiesen werden, wie Joachim Weber-Guskar (FDP) im letzten Umwelt- und Verkehrsausschuss dieses Jahres ausführte: an der Kirchenstraße, um die Lindlwiese und am Rathaus, auf dem Gelände der ehemaligen TSV-Turnhalle/Greinwaldstraße, am Kino, am Bahnhof und am Südbad. Weitere Parkplatzmöglichkeiten an Sonn- und Feiertagen, etwa von Supermärkten, müssten mit den Eigentümern abgeklärt werden. Das Parkleitsystem soll bis nächsten Sommer umgesetzt sein.

Ergänzend schlägt der Arbeitskreis ein Parkzonen-Konzept vor: Kürzere Parkzeiten entlang der Hauptstraße - zum Beispiel bis zu zwei Stunden -, und längere Parkzeiten zwischen Hauptstraße und Bahnlinie. Dort werden bis zu vier Stunden oder auch länger für sinnvoll gehalten, weil dann auch Leute dort parken könnten, die eine Dampferrundfahrt von Tutzing aus machen wollen. Für alle, die nur schnell was einkaufen möchten, soll es eine "Semmel-Taste" geben, die kostenloses Kurzparken für 30 oder 45 Minuten ermöglicht. Westlich der Bahn soll es dann, außer am Bahnhof selber, keine Parkgebühren geben. Allerdings soll auch dort das P+R-Ausweichparken durch Anwohner-Parkzonen verhindert werden. Dies soll den Anwohnern und deren Besuchern zugute kommen, was sich durch ein Schild, etwa "Anwohner frei von 17-9 Uhr" regeln ließe. Parkplätze sind in Tutzing, wo viele allein wegen der hügeligen Topografie am Auto festhalten, ein Dauerthema. Als "fast erstaunlich" bezeichnet es Weber-Guskar daher, dass es keinen größeren Aufschrei gegeben habe, als mit dem ersten Radschutzstreifen im Herbst 35 Stellplätzen entlang der Hauptstraße im Norden wegfielen. Beschwert hätten sich auch keine Anlieger aus umliegenden Straßen, dass dort zum Parken ausgewichen worden sei.

© SZ vom 30.12.2020 / manu
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