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Tutzing:Haus der Vereine gewünscht

Zwischenlösung zeichnet sich mit Stüberl des TSV ab

Weihnachten ist die Zeit der großen Wunschzettel. Erfahrungsgemäß liegt nicht alles, was draufsteht, dann auch unterm Christbaum. So dürfte es sich auch mit einem Haus der Vereine zutragen, das sich Tutzings CSU wünscht. Feine Sache, prinzipiell. Da sind sich alle Gruppierungen im Gemeinderat einig. Einzig - dafür ist in nächster Zeit kein Geld da, wie Bürgermeisterin Marlene Greinwald (Freie Wähler) klarmachte. Sie hält ein Haus für Vereine zudem für ein ideales Thema, das im Rahmen des angestrebten Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISAC) auf breiter Basis mit Bürgern diskutiert werden sollte. Dann wären auch staatliche Zuschüsse denkbar.

Bis sich so eine große Wunschlösung erfüllen lässt, denkt sie an "pragmatische Lösungen". So wären etwa Vereinsversammlungen in TSV-Räumen am Würmseestadion möglich. Der Freizeitclub JM (Junge Menschen) nutzt dort seit 2018 das Sportler-Stüberl, weil seine angestammte Heimstatt, die Alte Schule an der Greinwaldstraße, nach wie vor nicht zur Verfügung steht. Dort käme eine Mitnutzung in Frage. Denn das Sportler-Stüberl ist seit sechs Jahren verwaist, weil es der Gemeinde nicht gelungen ist, einen neuen Pächter für ihre Liegenschaft zu finden.

Greinwald warnte aber vor Umbauten. Die könnten eine Nutzungsänderung bedeuten, mit jeder Menge ungewolltem "Kladderadatsch". Auch das Schützenstüberl in der Würmseehalle und der Buttlerhof in Traubing seien flexibel nutzbar, verwies Jugendreferent Claus Piesch (FW) auf andere kurz- bis mittelfristige Alternativen. Immerhin konnte Tutzings jüngster Gemeinderat Ludwig Horn (CSU), der den Antrag als "Diskussionsgrundlage" vorgetragen hatte, positive Signale von allen Seiten mitnehmen. Tutzing, Ort mit knapp 10 000 Einwohnern, zeichnet sich durch hohes ehrenamtliches Engagement aus, immerhin gibt es knapp 100 Vereine. Christine Nimbach (Grüne) erinnerte daran, wie lang das Haus der Vereine schon auf Tutzings Wunschzettel steht, nämlich seit 1996. Damals, warf Horn trocken ein, sei er gerade geboren worden.

© SZ vom 23.12.2020 / manu
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