Starnberger See:Frau ertrinkt vor Leoni

Starnberger See: Auch ein Hubschrauber ist vor Leoni im Einsatz.

Auch ein Hubschrauber ist vor Leoni im Einsatz.

(Foto: DLRG Pöcking-Starnberg)

Alle Versuche, die 78-Jährige aus Berg zu reanimieren, bleiben ohne Erfolg

Von Christian Deussing, Berg

Im Starnberger See ist eine 78 Jahre alte Frau aus Berg ertrunken. Ein Stand-up-Paddler habe am Mittwoch gegen 12.30 Uhr etwa 200 Meter nördlich vom Dampfersteg in Leoni entfernt einen leblosen Körper im Wasser treiben sehen, teilt die Polizei mit. Die Frau wurde von Einsatzkräften der DLRG Pöcking-Starnberg auf ein Rettungsboot gezogen, auf dem sofort mit der Reanimation begonnen wurde. Aber auch am Ufer seien die Versuche, die Frau wiederzubeleben, erfolglos geblieben, berichtet Oliver Jauch von der Wasserschutzpolizei und Sprecher der Starnberger Wasserwacht.

Die Retter waren auch mit einem Hubschrauber im Einsatz, von dem sich ein Notarzt abseilte, um zu helfen. Doch die Bergerin starb den Angaben zufolge noch an Ort und Stelle. Die Polizei geht von einem Badeunfall aus, die weiteren Ermittlungen hat die Kripo Fürstenfeldbruck übernommen. Im Einsatz waren insgesamt etwa 25 Rettungskräfte von DLRG, den Wasserwachten Starnberg, Feldafing und Tutzing der Schnelleinsatzgruppe der Wasserwachtstation Seeburg, der First Responder der Feuerwehr Höhenrain und des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes.

Es ist bereits der zweite tödliche Badeunfall in diesem Jahr im Starnberger See: Am 15. August war ein 22-jähriger Slowake vor dem Tutzinger Kustermannpark ertrunken. Nach der Obduktion stellte sich laut Kripo heraus, dass der junge Mann stark alkoholisiert gewesen war und dies bei dem Unfall eine entscheidende Rolle gespielt haben dürfte.

Im vorigen Jahr gab es auf dem Starnberger See keinen tödlichen Badeunfall zu verzeichnen. Drei Menschen ertranken im Jahr 2019: ein 81-jähriger Nürnberger, ein 31 Jahre alter Badegast aus Neubiberg vor Tutzing und ein 32-jähriger Nichtschwimmer, dessen überladenes Elektroboot laut Polizei mit zwei Begleitern vor Ambach im Dunkeln gekentert war. Vor drei Jahren starb ein 73-jähriger Wolfratshauser südlich von Ambach beim Baden.

Zwei Menschen sind dieses Jahr auch im Ammersee ertrunken. Dabei handelte es sich um einen 65-jährigen Angler, der am Ende August laut Polizei mit seinem Ruderboot gekentert war, und um einen 63-Jährigen, der bei Buch ertrank.

In diesem Zusammenhang warnt Polizeihauptkommissar Jauch vor tödlichen Risiken. Denn Alkoholisierung, ein voller Magen, aber auch überhitzt ins Wasser zu gehen, könne gefährliche Folgen haben - weil durch die Abkühlung der Kreislauf belastet werde. Eine Ursache von Badeunglücken könnten auch Vorerkrankungen sein. Es sei wichtig, seine Kräfte nicht zu überschätzen, denn im See zu baden sei etwas anderes als ins Schwimmbad zu gehen. Denn dort gebe es zum Beispiel keinen Wellengang, so Jauch. Überdies sei es besser, nicht allein und nicht zu weit hinaus zu schwimmen.

© SZ vom 10.09.2021
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