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Starnberger Amtsgericht:Drei Unfälle eines Promillesünders

Wiederholungstäter aus Andechs zu Geldstrafe verurteilt

Von Christian Deussing, Starnberg

Betrunken am Steuer, drei Unfälle und dann auch noch abgehauen: Wegen einer ganzen Reihe von Straftaten hat das Starnberger Amtsgericht einen 40-jährigen Mann aus Andechs zu einer Geldstrafe verurteilt. Wegen einer Ehekrise habe er damals viel getrunken, sagte der Angeklagte in der Verhandlung; manchmal habe er auch Cannabis geraucht und Kokain genommen.

Wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort, Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie fahrlässiger Körperverletzung musste sich der Mann verantworten. Die Unfälle passierten im vergangenen Frühjahr in Herrsching, Andechs und Pähl. Der bisher unbescholtene Angeklagte räumte die Vorwürfe ein. Er muss 240 Tagessätzen zu je 40 Euro bezahlen und kann seinen Führerschein erst in einem Jahr wieder bekommen.

Den Ermittlungen zufolge saß der Andechser vor einem Jahr abends mit 0,86 Promille Alkohol im Blut am Steuer und war auf der Staatsstraße in Herrsching über eine Verkehrsinsel gefahren und hatte dabei Schilder demoliert. Später sei er auf der Starnberger Straße in Andechs mit seinem Wagen gegen eine Mauer gekracht und habe sich erneut nicht um den Schaden gekümmert. Ein abgerissenes Nummernschild und Fahrzeugteile, die er unterwegs verlor, führte die Polizei zu dem flüchtigen Unfallfahrer.

Trotzdem setzte sich der Mann nur vier Wochen später abends alkoholisiert ans Steuer eines Autos und verlor laut Anklage in einer Kurve durch überhöhte Geschwindigkeit die Kontrolle über seinen Wagen. Diesmal mit fast 1,5 Promille und unter Kokaineinfluss. Der Andechser geriet auf die Gegenspur und krachte in ein Auto; beide Fahrer wurden verletzt. Der Schaden an dem Wagen des Unfallgegners betrug 27 000 Euro; zudem wurde eine Leitplanke ramponiert. Es sei purer Zufall gewesen, dass bei der Kollision nicht auch noch eine Radfahrerin erfasst worden sei, die sich am Unfallort befand, betonte der Staatsanwalt und sagte zu dem Angeklagten: "Sie müssen dem Universum auf Knien danken, dass nicht mehr passiert ist."

"Ich weiß nicht, was mich geritten hat", erklärte der Angeklagte. Er habe damals getrunken, Cannabis geraucht und manchmal Kokain konsumiert, um Abstand von seinen Problemen zu gewinnen. Spätestens nach dem Unfall in Pähl sei ihm klar geworden, dass er handeln musste. Der Andechser begann eine Entgiftung und begab sich für sechs Monate in eine stationäre Therapie. Er sei weiterhin abstinent, seine Beziehung habe sich stabilisiert.

Richterin Christine Conrad rechnete es dem Angeklagten positiv an, dass er "eigenverantwortlich die Notbremse gezogen" und ein Geständnis abgelegt habe. Es sei wichtig, dass er erkannt habe, dass eine "Flucht in Alkohol und Drogen keine Lösung" sei.

© SZ vom 01.03.2021
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