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Starnberg:Geschäft, Büros und Praxen

Planung für "Schuh-Linse"-Gebäude findet viel Zuspruch

Selten ist sich der Starnberger Bauausschuss so einig gewesen, wie bei den Neubauplanungen für das Geschäftshaus "Schuh-Linse" in der Wittelsbacher Straße. Unisono beurteilte das Gremium am Donnerstag den Entwurf als sehr gefällig. Lediglich Gerd Weger stimmte gegen die erforderliche Änderung des Bebauungsplans. Er befürwortete aber ebenso, dass der kleine Platz vor dem Gebäude und der öffentliche Bereich daneben in Zusammenarbeit mit der Stadt gestaltet wird. Es soll nun geklärt werden, ob die Stadt Fördermittel über die Städtebauförderung bekommen kann.

Starnberg: Schuh Linse

Das bestehende Gebäude soll abgerissen unddurch einen Neubau ersetzt werden.

(Foto: Nila Thiel)

Das Gebäude liegt in exponierter Lage zwischen Bahnhof See und Kirchplatz sowie zwischen Wittelsbacher Straße und Otto-Michael-Knab-Weg, dem Verbindungsweg zum Rondell am Bayerischen Hof. Das bestehende Gebäude soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Durch eine leichte Drehung des Gebäudes könnte eine optische Verbesserung erreicht werden. Die Planungen sehen eine Gliederung des Baukörpers in unterschiedlichen Höhen zwischen drei und fünf Stockwerken vor. Zwar sind im aktuellen Bebauungsplan vier Stockwerke vorgeschrieben, doch die Räte sahen kein Problem darin, die Höhe zu ändern und an bereits vorhandene Gebäude am Kirchplatz anzupassen. "Wir werden in der Innenstadt höher gehen müssen, wenn wir nicht weiter nachverdichten wollen", argumentierte Angelika Kammerl (DPF).

Die Neuplanung des Gebäudes übernehmen Goetz Castorph Architekten.

Sehr positiv wurde beurteilt, dass im Erdgeschoss die Nutzung als Ladenfläche festgeschrieben werden soll. In Starnberg herrscht ein erheblicher Mangel an Ladenflächen mit mehr 250 Quadratmetern. Im neuen Gebäude ist ein etwa 500 Quadratmeter großer Laden vorgesehen. Laut Stadtbaumeister Stefan Weinl könnte der Grundriss den Vorstellungen möglicher Interessenten angepasst werden. Zusammen mit den geplanten Büros und Praxen sowie den neun zwischen 40 und 100 Quadratmeter großen Wohnungen in den oberen Stockwerken würde auf dem 1130 Quadratmeter großen Grundstück ein Gebäude mit einer Fläche von insgesamt 2185 Quadratmetern entstehen. Lediglich die vorgesehene Tiefgarage gab Anlass zur Diskussion. Um mehr Stellplätze anbieten zu können, müssten die Gehwege vor und hinter dem Gebäude zum Teil unterbaut werden. Dies könnte über einen städtebaulichen Vertrag geregelt werden. Vor dem Hintergrund, dass es in den benachbarten Tiefgaragen des Öfteren Probleme mit Wassereinbrüchen gab, äußerten sich jedoch einige Räte skeptisch über die vorgeschlagene Lösung. Iris Ziebart (FDP) schlug vor, die Anlieferung in den Otto-Michael-Knab-Weg zu verlegen, so dass der kleine Vorplatz an der Wittelsbacher Straße autofrei bleibt. Der Vorschlag von Martina Neubauer (Grüne) mit dem Eigentümer über einen Carsharing-Standort und E-Bike-Stellplätze zu verhandeln, fand ebenfalls Zustimmung.

Architekt Marco Goetz zeigte sich positiv überrascht, dass das Projekt unisono begrüßt wurde. Er würde das Projekt "lieber heute als morgen" umsetzen, wie er sagte. Ob das Schuhgeschäft nach der langen Bauphase später im Neubau weitergeführt werde, sei derzeit noch offen. Auch gebe es aktuell noch keine Planungen, wie die große Einzelhandelsfläche später genutzt werden soll.

© SZ vom 15.02.2020
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