Starnberg:Bäume ohne Schutz

Stadträte gründen Arbeitskreis, um Verordnungen zu beraten

In der Kreisstadt wird es vorerst auch weiterhin keine Baumschutzverordnung geben. Nach ausführlicher Debatte hat der Starnberger Ausschuss für Umwelt, Energie und Mobilität am Donnerstag mehrheitlich beschlossen, das Thema einem interfraktionellen Arbeitskreis zu überlassen, der die Ergebnisse seiner Beratungen im Januar präsentieren soll. Ausschlaggebend für das Votum waren ausgerechnet die CSU-Fraktion, die eine Wiedereinführung der städtischen Verordnung im Februar beantragt hatte, und die Grünen, die den Baumschutz gern mit einer Freiflächengestaltungs-, Fahrradabstellplatz- und Einfriedungssatzung verknüpft hätten.

Zwar herrscht unter den Stadträten längst Einigkeit über die ökologischen Ziele und dass man den Herausforderungen des globalen Klimawandels - seien es nun Hitzeperioden oder Überschwemmungen - auch in Starnberg aktiv begegnen müsse. Doch die Thematik ist ausgesprochen komplex, und allein der Erlass einer neuen Baumschutzverordnung könnte zu kurz greifen. Andererseits sind die Vorstellungen der Grünen, die auch Aspekte zu Nachverdichtung, Bodenversiegelung oder Mobilität berücksichtigt wissen möchten, juristisch nicht unter einen Hut zu bringen mit der Bayerischen Bauordnung. Überdies sind die bislang vorliegenden Entwürfe zu Freiflächengestaltung, Einfriedungen oder Radabstellplätzen derart üppig geraten, dass sie womöglich kontraproduktive Wirkung bei Bauherren entfalten könnten. Auch die Stellplatzsatzung für Autos muss dringend überarbeitet werden.

"Zu viel der Satzungen", befand Ursula Lauer (Grüne), für eine Verschlankung plädierte Thorsten Schüler (UWG). Und Thomas Beigel (CSU) befand: "Zu viel Bürokratie für eine gute Idee. Das ist nicht das, was wir wollen." Ebenso wie Franz Sengl, Chef der Grünen-Fraktion, befand Beigel, es sei sinnvoller, einen Schritt zurück zu gehen und sich Gedanken um Baumschutz und eine "Grünordnung für Starnberg" zu machen.

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