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Sicherheit:Ein Knaller

Einen nicht alltäglichen Arbeitsplatz hat Robert Rekowski. Er arbeitet am Rumpfteil eines Flugzeugs in luftiger Höhe. Deshalb muss er angegurtet sein- ein wesentlicher Bestandteil für einen Arbeitsplatz wie diesen.

(Foto: Arlet Ulfers)

Flugzeug-Zulieferer bietet Mitarbeitern Kurse an

Es blitzt, knallt, und es stinkt auch ein bisschen. Nein, es handelt sich hier, auf dem Gelände des Flugzeug-Zulieferers Ruag, nicht um einen Arbeitsunfall. Ganz im Gegenteil, es geht an diesem Nachmittag darum, wie man eben solche Zwischenfälle durch sorgsamen Umgang mit gefährlichen oder risikobehafteten Arbeitsmaterialien verhindern kann. Ralf Präkels steht vorne im Schulungsraum, in den Stuhlreihen sitzen Mitarbeiter der Ruag aus den verschiedensten Abteilungen. Sie interessieren sich für Themen wie Explosionsschutz, Arbeiten in Höhen, persönliche Schutzausrüstung, aber auch für die Verantwortung von Vorgesetzten. Dass der Schulungsraum in einem Sattelschlepper untergebracht ist, könnte man bei diesen spannenden Themen fast vergessen. Es ist der Trainings-Truck der Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro.

Präkels lässt ein Gemisch aus Haarspray und Sauerstoff explodieren - mit ungeheurer Wucht wird der Pfropfen aus dem Gebinde weggeschleudert. Und er veranschaulicht mit einem gezielten Knallversuch, welche Energiedichte in Spiritus steckt und wie gefährlich Benzindämpfe sind. Es geht um die richtige Lagerung, Schutzkleidung und sorgsamen Umgang mit Stoffen aller Art.

"Diese Kurse sind ja keine Pflichtveranstaltung", sagt Marina Steinke, die bei der Ruag für Arbeitssicherheit zuständig ist. Zwar sei auf allen Ebenen - von der Führungskraft bis zum Montagearbeiter - für deren Besuch geworben worden, aber kein Beschäftigter werde dazu gezwungen. Die Resonanz, ergänzt Steinkes Kollege Roland Wimmer, sei aber mit rund 150 Kursteilnehmern zufriedenstellend. Bei der Ruag arbeiten am Standort Gilching insgesamt 950 Menschen, rund 150 in Büros und 800 in der Fertigung. Etliche Mitarbeiter kennen diese Schulung schon, denn der Truck der Berufsgenossenschaft macht schon zum zweiten Mal in Gilching Station. "Das Wichtigste ist, die Mitarbeiter erst einmal auf mögliche Gefahren hin zu sensibilisieren, denn wenn man schon länger am selben Arbeitsplatz tätig ist, verliert man sich oft zu sehr in Routine", sagt Ralf Präkels, der zusammen mit Gisbert Bechtold im Schulungsraum die eineinhalbstündigen Kurse gibt. Und sei es mit ein bisschen Show.