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Route für Radfahrer:Schnell nach München

Bei der Suche nach der besten Strecke binden Planer die Bürger ein

Nach und nach füllt sich der große Sitzungssaal im Gautinger Rathaus, einige treffen mit einem Fahrradhelm unter dem Arm ein. Sie alle sind gekommen, um sich bei der Bürgerbeteiligung zu einer möglichen Radschnellverbindung von Starnberg über Planegg nach München einzubringen. Denn aktuell arbeitet das Landratsamt Starnberg gemeinsam mit der Landeshauptstadt und dem Landkreis München an einer Machbarkeitsstudie für dieses Großprojekt. Ein besonders wichtiger Punkt ist dabei die Suche nach einer geeigneten Route. Genau dazu war die Meinung der Bürger aus dem Landkreis gefragt. "Wir möchten vom Wissen und den Ortskenntnissen der Menschen profitieren", erklärte Susanne Münster von der Stabstelle Verkehrsmanagement des Landratsamt zum Auftakt der Veranstaltung mit etwa 25 Teilnehmern.

Um von Radschnellwegen sprechen zu können, müssen einige Kriterien erfüllt sein: Bei Zweirichtungsverkehr müsse die Fahrbahn mindestens vier Meter breit und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mindestens 20 Kilometern pro Stunde befahrbar sein, erklärte Lena Erler vom Planungsbüro Via, das mit der Untersuchung beauftragt ist. Zudem solle der Weg möglichst wenig Kreuzungspunkte haben und so direkt wie möglich geführt werden. "Wichtig ist auch, dass sie durch Städte führen und nicht außen vorbei, um die Leute anzubinden", ergänzte sie.

Eines ist bereits fix: Der geplante Schnellweg soll von Starnberg über Gauting, Krailling und Planegg in die Stadt führen. Diese Route wurde schon vorab festgelegt, um eine Auslastung von mindestens 2000 Radlern auf dem überwiegenden Teil der Strecke zu erreichen. Die Frage, wie genau die Orte im Fünfseenland am besten miteinander verbunden werden, stand im Mittelpunkt der Bürgerbeteiligung am Donnerstag. Die Teilnehmer waren aufgefordert, ihre Vorschläge zur Streckenführung in Landkarten einzuzeichnen und mit Notizen dazu zu versehen. "Die Leute haben konstruktiv mitgearbeitet und fanden es gut, dass sie ihre Ideen in die Planung einbringen konnten", resümiert Erler, nachdem die Teilnehmer etwa eine Stunde lang vor den Karten diskutiert haben.

Die Vorschläge und Anregungen werden nun von dem einschlägig erfahrenen Planungsbüro aus Köln geprüft und bewertet, um sie danach in die Ausarbeitung von mindestens vier Trassenvorschlägen einfließen zu lassen. In weiteren Schritten arbeitet die Projektgruppe dann schließlich eine finale Variante aus. Bis es konkrete Pläne für die Route durch den Landkreis nach München gibt, wird noch einige Zeit verstreichen; bis zur Realisierung wird es wahrscheinlich noch einige Jahre dauern. Genaue Zeitangaben können noch keine gemacht werden, aber "das Geld ist da, die Fördertöpfe sind voll", zeigt sich die Kreis-Verkehrsmanagerin Münster zuversichtlich.

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