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Positive Aktion:Mutmachen in DIN A6

"Psychische Gesundheit geht uns alle an": drei der fünf Postkartenmotive mit mutmachenden Sprüchen.

(Foto: oh)

Zum Welttag der seelischen Gesundheit macht in Starnberg eine Postkartenaktion auf psychische Krankheiten aufmerksam

Von Lisa Bullerdiek, Starnberg

Schlechte Nachrichten, Rechnungen oder Mahnungen werden wohl selten auf Postkarten verschickt. Und weil es im Moment nicht viel braucht, um unglücklich zu sein, ist eine aufmunternde Postkarte vielleicht genau das Richtige. Das haben sich auch der Steuerungsverbund Psychische Gesundheit Starnberg und der Verein Mutmachleute gedacht. Zusammen veröffentlichen sie zum Welttag der seelischen Gesundheit an diesem Samstag, 10. Oktober, Postkarten mit fünf verschiedenen Motiven. Finanziert werden sie vom Bezirk Oberbayern.

Die fünf Motive zeigen in Großbuchstaben gehaltene Sprüche auf buntem Grund: blau, rosa und grün - freundlich, aber nicht grell. In Kreidebuchstaben sind Sätze abgedruckt wie "Ich bin da für dich!", "Ich schicke dir Mut!", oder "Lass uns reden". Sie richten sich nicht nur an Menschen mit psychischen Krankheiten, sondern an jeden. "Psychische Gesundheit geht uns alle an", sagt Maximilian Laufer von den Mutmachleuten, deshalb seien die Sprüche auf den Karten allgemeingültig.

Für psychisch Kranke sei es wichtig, sich auszutauschen, betonen Christina Meffert und Maximilian Laufer von den Mutmachleuten. So eine Postkarte "stößt ein Gespräch an", sagt Sandra Pabian von der Psychosozialen Beratung Starnberg. Auf der Rückseite steht: "Für eine psychische Krankheit muss sich niemand schämen." Auch der Kampagnenfilm der Mutmachleute soll diese Botschaft vermitteln. In drei Minuten schildern hier Betroffene jeden Alters ihre Krankheit. Gerader Blick, keine Scham. Die Mutmachleute veröffentlichen den Film ebenfalls am 10. Oktober auf ihrer Webseite.

Auch im Landkreis ist psychische Krankheit ein wichtiges Thema. Maximilian Mayer, der Behindertenbeauftragte des Landkreises Starnberg, hat dazu Zahlen: "Bei uns im Landkreis gibt es circa 14 000 Menschen mit Behinderung, 18 Prozent davon leiden an psychischen Krankheiten." Das sind alleine in diesem Landkreis also rund 2500 Menschen.

Über psychische Gesundheit zu reden, sei nicht nur für Menschen wichtig, die aktuell in eine Krise geraten sind. Aufmerksam sein, auf andere und sich selbst achten - all das verhindere Notsituationen. "Wir brauchen wieder mehr positive Aussagen", sagt Christina Meffert. Von diesem Samstag an liegen die Postkarten mit den "mutmachenden Sprüchen" in Rathäusern, Restaurants und Bars kostenlos aus. Die Mutmachleute stellen die Motive dann außerdem auf ihrer Webseite zum Herunterladen bereit.

© SZ vom 09.10.2020

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