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Pöcking:Respektvoller Abschied

Grünen-Gemeinderätin Greve tritt zurück, Nachfolger Hönecke setzt auf Klimaschutz

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Die Pöckinger Grünen-Gemeinderätin und Fraktionssprecherin Simone Greve ist in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag offiziell zurückgetreten. Nachfolger Florian Hönecke wurde von Bürgermeister Rainer Schnitzler vereidigt: Der 55-jährige hatte das Mandat bei den Kommunalwahlen 2020 knapp verpasst. Er habe drei Ziele: "Klimaschutz, Klimaschutz, Klimaschutz", sagte er. Insbesondere die Mobilitäts- und Energiewende will der promovierte Jurist vorantreiben. Hönecke ist seit fünf Jahren bei den Grünen und Mitglied im Orts- und Kreisvorstand. Der Anwalt lebt seit 20 Jahren in Pöcking und seit 37 Jahren am Starnberger See.

Feldafing Gemeinderat

Als "kritischen Geist", aber menschlich fair und auf Augenhöhe würdigte Pöckings Bürgermeister Rainer Schnitzler (links) Gemeinderätin Simone Greve.

(Foto: Georgine Treybal)

Greve war seit 2014 Gemeinderätin und Personalreferentin, was sie laut Schnitzler kompetent ausübte und sehr ernst nahm. Zudem war sie im Arbeitskreis Asyl aktiv. "Du warst immer eine echte Stütze", lobte Schnitzler die scheidende Gemeinderätin, die stets bestens vorbereitet zu den Sitzungen erschien. Auch wenn sie "ein kritischer Geist" gewesen sei, habe sie "menschlich fair und auf Augenhöhe" argumentiert, sagte der Rathauschef, der ihr Ausscheiden ebenso wie die Gremiumsmitglieder sichtlich bedauerte.

Feldafing Gemeinderat

Simone Greves Nachfolger im Gremium ist der Rechtsanwalt Florian Hönecke (links).

(Foto: Georgine Treybal)

PWG-Chef Albert Luppart erklärte, Greve habe ihre Beiträge im Gremium stets mit dem Satz "Ich hätte da noch eine Frage . . ." begonnen. Er überreichte ihr als Geschäftsführer der Peter-Maffay-Stiftung einen Live-Mitschnitt des Deutschrockers als Abschiedsgeschenk. Von der SPD erhielt sie ein Obstbäumchen: Christian Hörndl hatte eine Sauerkirsche ausgewählt mit der Begründung, Greve hätte mit ihren Einwänden manchmal erreicht, dass Entscheidungen nicht gefällt werden konnten. "Das ist uns manchmal sauer aufgestoßen, daher die Sauerkirsche." Greve nahm es mit Humor. Zum Abschied lobte sie den Umgang im Gemeinderat, der stets sachlich und respektvoll gewesen sei.

Die 53-Jährige hatte Bürgermeister Schnitzler vor Wochen darum gebeten, sie vorzeitig von ihrem Mandat zu entbinden. Ihren Rücktritt begründete die Human Resources Managerin mit gestiegenen beruflichen Anforderungen in Home-Office-Zeiten. "Ich habe es mir nicht leicht gemacht", sagte sie. Sechs Monate habe sie sich Zeit genommen für ihre Entscheidung und viele Gespräche mit Fraktionskollegen und Schnitzler geführt. Ausschlaggebend aber sei gewesen, dass sie von ihrem Nachrücker Hönecke "kompetent vertreten" werde. Mit ihrer Fraktion sei die Grünen-Politik in Pöcking auch künftig in guten Händen. Fraktionssprecher ist nun Christoph von Gronau.

© SZ vom 28.04.2021
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