Nepomuk Burger für hungrige Bürger

Starnberg hat ein Problem: Es gibt viel zu wenige Kioske

Kolumne Von Eurem Nepomuk

Liebe Leute, ihr wisst ja, dass ich schon immer ein sportliches Kerlchen bin. Und jetzt noch mehr. Hab' nämlich mein altes grünes Mofa an den Nagel gehängt, ich meine, hab' es auf den Schrottplatz gebracht. Jetzt brechen neue Zeiten an, denn ich will richtig fit sein, so wie die Starnberger Fußballer von der FT, die neuerdings mit den Burschen aus Söcking zusammen kicken. So eine Art Zwangsehe, weil sie alleine nicht genug sind, ganz anders also als bei mir und meiner Liebsten.

In meiner Garage steht jetzt ein Mountainbike, mit dem ich auch blitzschnell den Söckinger Berg hinaufradeln kann. Und wieder runtersausen natürlich. Aber Bewegung alleine hält einen ja noch nicht fit, dafür braucht es auch die richtige Ernährung, wie schon mein alter und leider verstorbener Spezl, der Land-Rudi, also der ehemalige Landrat Rudolf Widmann, gewusst hat. Der hat gerne Schlachtschüsseln verputzt, ich steh' da eher auf die moderne Variante, und das sind halt Burger.

Nein, nicht die von den amerikanischen Bratmaxen, sondern die Burger, die es jetzt in Starnberg gibt, aber nur an diesem Wochenende. Die ausgefallensten Kreationen, sag' ich euch, mit Fisch, Gemüse und veganem Zeug. Ich werd' also zum Streetfood-Festival auf dem Kirchplatz fahren, das Essen gibt es ja dort aus Autos oder Anhängern mit eingebauter Küche. Food Trucks oder wie die heute neumodisch heißen.

Ich bin da eher ein bisserl altmodisch und geh' auch gern mal an einen kiosko, wie die gute alte Trinkhalle auf Italienisch heißt. Wir sind hier am Starnberger See halt schon halb in Italien, gell. Nur, ein Problem gibt es: viel zu wenige Kioske. Der seit langem geplante im Starnberger Bürgerpark fehlt immer noch, weil mein Freund, Landrat Carlo Roth, und meine Freundin, Bürgermeisterin Evi John, über die Zahl der Parkplätze streiten. Der neue Kiosk in den Dießener Seeanlagen ist so greislich, dass ich da nicht hingeh', bleibt nur noch der am Minigolfplatz in Andechs, aber da schwirren so viele Touris rum. So kauf' ich mir statt Pommes am Kiosk dort oft gleich im Bräustüberl einen Schweinsbraten - lean cuisine à la Andechs eben. Ich sag's euch, was für einen Hunger ich jetzt vom Erzählen bekomm'! Werde sofort zum Kirchplatz radeln und mir einen Burger holen. Bevor alles leergefuttert ist. Ihr lacht? Ihr glaubt mir nicht? Beim letzten Festival sind drei Händler schon am Samstag heimgefahren, weil sie keine Vorräte mehr hatten. So hungrig sind die Starnberger, die gern mit dem Auto kommen. Ich nicht, ich komm' mit meinem neuen Mountainbike!