Nahverkehr :Rechtzeitig zum Bus

Ortsbegehung am Weßlinger Bahnhof; Am Weßlinger Bahnhof:

Mit Zollstock und Augenmaß: Bürgermeister Michael Sturm und einige Gemeinderäte legen die Standorte für die Anzeigetafeln am Bahnhof fest.

(Foto: Franz X. Fuchs)

Der S-Bahnhof in Weßling bekommt digitale Anzeigetafeln für die Abfahrtszeiten

Von Patrizia Steipe, Weßling

"Muss ich hetzen oder kann ich gemütlich an die Bushaltestelle gehen?" Für S-Bahnfahrer, die in Weßling aussteigen, ist dies die Kardinalfrage. Wer sie nicht mittels einer Smartphone-App beantworten kann, muss auf den Fahrplan vertrauen. Doch nicht immer fahren und starten die Linienbusse pünktlich.

Jetzt möchte die Gemeinde digitale Anzeigetafeln aufstellen, die in Echtzeit die Abfahrtszeiten anzeigen. Bei einem Ortstermin überlegte der Weßlinger Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Energie und Mobilität, wo die Tafeln am günstigsten platziert werden könnten. Drei der Dynamischen Fahrgastinformationen (DFI) sollen aufgestellt werden. Sie sind Teil eines Projekts, das der Landkreis Starnberg flächendeckend einführen will. Aus Kostengründen sollen zunächst nur Haltestellen mit überregionaler Bedeutung mit den DFI-Anzeigern ausgestattet werden.

Eine beidseitig lesbare, etwa 22 000 Euro teure Anzeigetafel will das Gremium an der Treppe zur S-Bahnunterführung montieren lassen. In der Bahnhofs-Wartehalle soll eine weitere für 11 000 Euro an der Wand befestigt werden. Die dritte, die der Landkreis bezuschusst, möchte die Gemeinde gerne auf dem Bahnsteig anbringen, damit sich die Fahrgäste gleich beim Aussteigen über die Abfahrtszeiten der Busse informieren können. Dafür wurde die Verwaltung beauftragt, Gespräche mit der Bahn zu führen.

Bereits im nächsten Jahr könnten die drei Tafeln errichtet werden. "Die Gemeinde muss nur die Fundamente und den Stromanschluss zahlen", freute sich Bürgermeister Michael Sturm, der mit einem Zollstock die passenden Abstände ausmaß. Schließlich sollen die Tafeln nicht gleich vom nächsten unachtsamen Autofahrer abgefahren werden. Inklusionsbeauftragter Claus Angerbauer versicherte sich, dass die Tafeln für behinderte Menschen geeignet seien. Blinde könnten beispielsweise auf einen Knopf drücken "dann wird ihnen der Fahrplan vorgelesen", sagte Sturm.

Die Anzeigetafeln gibt es in München schon länger. "Für den Fahrgast bringen sie viel", fand Sturm. Vor allem mehr Sicherheit, denn beim Rennen zum Bus könne man leicht stolpern und stürzen. "So weiß man, ob der Bus erst kommt oder schon weg ist". Der Starnberger Kreisausschuss hatte sich 2020 für einen ersten Ausbauschritt mit 19 Bushaltestellen entlang der Bahnhöfe, aber auch an Orten wie dem Klinikum, dem Marktplatz in Inning oder dem Kloster Andechs entschieden. Insgesamt 120 000 Euro hatte Verkehrsmanagerin Susanne Münster dafür veranschlagt. Davon würde der Freistaat 80 Prozent übernehmen.

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