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Nachruf:Künstler und Ratgeber

Kloster Andechs

Frater Stefan Janker ist im Alter von 74 Jahren gestorben.

(Foto: Kloster Andechs/oh)

Der langjährige Leiter des Andechser Klosterladens, Frater Stefan Janker, ist gestorben

Seine große Leidenschaft galt den Klosterarbeiten aller Art und der religiösen Volkskunst wie der Fertigung von Krippen, Fatschnkindln und Hausaltären. Am vergangenen Dienstag ist Frater Stefan Ludwig Janker, der langjährige Leiter des Andechser Klosterladens, nach langer Krankheit kurz vor seinem 75. Geburtstag gestorben.

Stefan Janker wurde am 2. September 1944 in Wörth an der Donau unweit von Regensburg geboren. Wie Martin Glaab, Sprecher des Klosters, mitteilt, trat Janker am 22. April 1967 bei den Benediktinern von Sankt Bonifaz in München und Andechs ein. Am 8. September 1968 legte er die Zeitliche Profess ab und erhielt den Ordensnamen Stefan. Am 8. September 2018 konnte Frater Stefan noch in der Wallfahrtskirche zusammen mit seinen Mitbrüdern und seiner Familie seine Goldene Profess feiern.

1972 übernahm er die Leitung des Andechser Klosterladens, die er bis 2016 innehatte. Jeder, der schon einmal die Wallfahrtskirche auf dem Heiligen Berg besucht hat, kennt auch den Klosterladen rechts neben dem Torbogen. Dort werden aktuelle Bücher zu Geschichte und Gegenwart des Heiligen Bergs, Ansichtskarten, Kerzen, Rosenkränze und religiöse Volkskunst, aber auch Andechser Bier und Likör verkauft.

Schon vor seinem Klostereintritt hat Frater Stefan laut Glaab die religiöse Volkskunst fasziniert und seine Kreativität geweckt. In seinem letzten Editorial für das Andechser Bergecho beschrieb Frater Stefan, welche tiefere Bedeutung diese Klosterarbeiten für ihn hatten: "Die Arbeit an diesen Andachtsfiguren . . . erfordert Geduld, Beharrlichkeit, Ausdauer und den Mut, auch wieder von vorne anzufangen, wenn etwas tatsächlich misslungen ist. Durch diese intensive Beschäftigung mit den einzelnen Stücken wird jede Figur für mich etwas Besonderes. Immer wieder führt mich diese Arbeit in die Betrachtung und schließlich auch ins Gebet." Sich selbst bezeichnete der Benediktiner einmal als "barocken Menschen". Schnitzen, Malen oder Nähen waren für ihn kein Problem. Den Umgang mit Nadel und Faden hat er sich selbst beigebracht.

Trotz seines jahrzehntelangen Engagements im Klosterladen und seiner krankheitsbedingten Einschränkungen habe sich Frater Stefan bis zuletzt die Freude an der Kreativität bewahrt. Bis vor wenigen Jahren organisierte er Krippenausstellungen - von München bis hinein ins bayerische Oberland. Glaab: "Aufgrund seiner künstlerischen Begabungen und seines offenen, freundlichen Wesens war er für viele Menschen ein geschätzter Ratgeber."

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