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Nach dem Brand in Stockdorf:Wieder daheim

Auch Reza Atib und Beate Vieth können wieder in ihre Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus am Baierplatz in Stockdorf zurück.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die ersten Bewohner des Mehrfamilienhauses am Baierplatz können wieder einziehen

Die meisten Wohnungen sind wieder mit Strom versorgt, auch die Heizungen funktionieren. Die ersten Bewohner des Mehrfamilienhauses am Baierplatz in Stockdorf, die nach einem Brand im Fahrradladen im Erdgeschoss vorübergehend für mehrere Tage ausquartiert waren, sind nun wieder daheim. Auf eigene Gefahr könnten sie ihre Wohnungen nun wieder betreten, teilte Hausverwalter Thomas Schlaugk aus Krailling am Mittwoch mit. Die offizielle Freigabe durch einen Sachverständigen erwartet er in diesen Tagen. In einem Teil des Hauses müssen noch Stromleitungen repariert werden. "Bis zum Wochenende hoffe ich, dass alles wieder in Ordnung ist", sagte Schlaugk.

Nach dem Brand am vergangenen Freitagabend waren die 13 Wohnungen im dem fünfstöckigen Gebäude evakuiert worden. Kurzfristig kamen Bewohner bei Verwandten unter, verbrachten die erste Nacht beim Bruder oder bei den Eltern auf der Couch und suchten sich danach Zimmer in Pensionen oder Hotels in Martinsried, Planegg oder Freiham. Zurückkehren konnten sie zunächst vor allem deshalb nicht, weil das Feuer auch die Elektrik in Mitleidenschaft gezogen hat. Der Strom musste abgestellt werden, auch die Heizungen haben deshalb nicht funktioniert.

Nach einer Begehung mit Gutachtern einer Versicherung und einem Elektriker sowie Vertretern der Hausverwaltung und einer Sanierungsfirma konnten die ersten Ausquartierten zurückkehren. Die Sanierungsexperten hatten das Treppenhaus zu dem Zeitpunkt schon einer Spezialreinigung unterzogen. Am Dienstagabend brannte wieder Licht in einigen Wohnungen. Das gilt aber nur für eine Seite des Hauses. Auf der anderen Seite sind noch Reparaturen an einem Leitungsstrang notwendig; auch Sicherungskästen in den Wohnungen müssten erneuerten werden. Aber auch das sollte bis Freitag erledigt sein, hofft der Hausverwalter. "Insgesamt ist das alles recht schnell gegangen", sagt Schlaugk, der seit dem vergangenen Wochenende permanent mit den Folgen des Brandes beschäftigt war. Auch Versicherung und Firmen hätten rasch gehandelt.

Der Gemüseladen der Familie Dönmez ist nach einer Zwangspause seit Mittwoch wieder geöffnet. Das "Wirzhaus" gleich neben dem ausgebrannten Fahrradladen öffnet erstmals an diesem Freitag wieder.

Die Geschäftsführer vom "Radhaus Starnberg", Jens Baier und Michael Worm, sind unterdessen noch dabei, sich einen Überblick über die Schäden durch den verheerenden Brand zu verschaffen. Dutzende Fahrräder, darunter auch einige E-Bikes, wurden ein Raub der Flammen, Zubehör wie Sättel, Anhänger oder Reifen sind verbrannt. Der Schaden dürfte in die Hunderttausend gehen, eine genaue Summe konnte Worm auch fünf Tage danach noch nicht nennen. Zunächst müssten sich Gutachter einen Überblick verschaffen.

Derzeit laufen Bautrockner in dem Raum, der durch das Löschwasser beim Feuerwehreinsatz völlig durchnässt ist. Bis der Laden ausgeräumt und saniert ist, wird geraume Zeit vergehen. Wie lange das dauern wird, ist für die Inhaber noch nicht abzuschätzen. Fest steht für sie aber, dass sie ihre Stockdorfer Filiale wieder eröffnen wollen, kündigte Mit-Geschäftsführer Worm an.