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Müllumladestation:Problematische Alternative

Projekt könnte in Weßling an der Nähe zur Autobahn Lindau scheitern

Könnte der Alternativstandort für die Müllumladestation im Bereich der Grundstücke "An der Gruben" wegen der Nähe zur Autobahn scheitern? Es war Anton Quanz von der Interessengemeinschaft Hochstadt, der diese Frage in der Gemeinderatssitzung beantwortet haben wollte. Der Vorstand des Starnberger Kommunalunternehmens für Abfallwirtschaft (Awista), Peter Wiedemann, befürchtet das nämlich. Damit könnte die Abwägung zwischen dem Areal in der Tiefenbrunner Rinne in Unterbrunn (Gemeinde Gauting) und den Weßlinger Flächen in der Nähe von Sankt Gilgen gegen die Weßlinger ausfallen, befürchtete Quanz.

Tatsächlich grenzen die von der Gemeinde vorgeschlagenen Alternativgrundstücke direkt an die Autobahn. Mit zehn Metern Entfernung vom Fahrbahnrand liegen sie in der Anbauverbotszone, bestätigte die Autobahndirektion Südbayern auf Nachfrage. Laut Bundesfernstraßengesetz gilt ein Bauverbot für Hochbauten, bauliche Anlagen sowie Abgrabungen und Aufschüttungen auf Bereichen, die weniger als 40 Meter Abstand vom Straßenrand haben. Bauvorhaben, die bis zu 100 Metern entfernt liegen, muss die oberste Landesstraßenbaubehörde genehmigen. In Einzelfällen kann die Behörde eine Ausnahme zulassen, etwa wenn sie "mit öffentlichen Belangen vereinbar ist oder wenn Gründe des Wohls der Allgemeinheit die Abweichungen erfordern", heißt es im Gesetz.

In Weßling befindet sich fast die Hälfte der betroffenen Grundstücksflächen innerhalb dieser Zone, sagte Wiedemann. Er habe die Chancen für eine eventuelle Bebauung eruiert. Schließlich habe ihm die Straßenbehörde schon öfter bei Bauvorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Allerdings wolle das Straßenamt ohne Bebauungsplan keine Stellungnahme abgeben, so der Awista-Chef. Die Situierung der gewünschten Gebäude auf dem Grundstück sei für eine Beurteilung wichtig. Was alles gebaut werden soll und wo, das steht aber noch gar nicht fest. Der Awista hat bisher erst einen Vorentwurf für das Areal in Unterbrunn vorgestellt. "Wir sind noch intensiv mit der Prüfung beider Grundstücke beschäftigt", sagte Wiedemann.

Und dann gibt es noch einen Aspekt, der einbezogen werden muss. Die A 96 ist im Bereich der geplanten Müllumladestation vierspurig ausgebaut. Im Rahmen des Verfahrens für den sechsspurigen Ausbau von Oberpfaffenhofen bis Germering hatten die Weßlinger beantragt, den Ausbau bis zur Anschlussstelle Wörthsee zu verlängern, weil die heutige Überlastung der A 96 bereits ab da bestehe, heißt es im Planfeststellungsbeschluss. Dem Wunsch wurde in diesem Verfahren nicht entsprochen, das sei "gegebenenfalls einem eigenen Planfeststellungsverfahren vorbehalten", heißt es im Beschluss. Stellt sich die Frage, ob eine nahe Müllumladestation einen Ausbau erschweren könnte.