Kultur:Silberfisch und Meer

Band Silverfish Surfers

Rockt im alten Marstall: das Quintett "Silverfish Surfers".

(Foto: oh)

Das dritte Pop-up-Festival im Berger Marstall

Von Gerhard Summer, Berg

Sturm und Gesang, das klingt fast wie Sturm und Drang, und beides trifft wohl irgendwie zu: Pop-up-Kunst zieht wieder in den ehemaligen Marstall von Berg ein, der mit Geschichte, aber auch mit einer schwierigen Akustik gesegnet ist. Unter dem Motto "Mit Sturm und Gesang" zeige die Malerin Sabine Zimmermann und der Bildhauer Hans Panschar Arbeiten, die sich um Flaschenpost und Treibgut drehen oder selbst Schnee und Regen ausgesetzt worden sind. Und die Band Silverfish Surfers gibt eines ihrer seltenen Konzerte mit vorwärts preschenden Eigenkompositionen zwischen Rock, Punk, Reggae und einem Hauch von Metal.

Start ist am Donnerstag, 23. November, um 19 Uhr mit der Eröffnung der Ausstellung des Künstlerduos. Sabine Zimmermann bringt Bilder mit, die Wasser in all seinen Aggregatzuständen zeigen, ob als Regen, Schnee oder Eis. Ihre Arbeiten entstehen vorzugsweise im Freien. Sie setzt die bemalten Leinwände hinterher dem Wetter aus, so entstehen Rinnsale, und Farben erstarren zu Frostblumen. Zimmermann stammt aus Waiblingen, sie arbeitete unter anderem als Kunsttherapeutin in einer psychiatrischen Klinik. Inzwischen lebt sie in Paris. Der Münchner Hans Panschar hatte nach einer Ausbildung zum Bootsbauer und Schreiner mehrere Jahre in einem selbstgebauten Segelboot die Welt erkundet. 1995 ließ er sich in Allmannshausen nieder. Panschar verarbeitet Treibholz und Strandgut manchmal auch zu sperrigen Objekten. Mit seinem "Transatlantischen Flaschenpostprojekt" ist er bekannt geworden, eine seiner Bootsskulpturen wurde in diesem Sommer in der Elbphilharmonie in Hamburg versteigert. Die Ausstellung ist von 24. bis 26. November jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen.

Die Silberfische wiederum sind am Samstag, 25. November, im Marstall zu Gast. Die Band ist gleichsam auferstanden aus den Trümmern von Bokassa's Fridge, A+P, Fat Chance Hotel sowie D.G.Gordon und Bent Not Broken und mit drei Gitarristen ungewöhnlich saitenlastig besetzt. Auf der anderen Seite macht das natürlich Druck und Laune, und darauf kommt es schließlich an. Das Konzert von Jörn Kachelriess (Gesang, Gitarre), Stefan Busch (Gesang, Gitarre), Florian Pröttel (Gitarre), Uli Paggen (Bass, Gesang) und Nils Böhme (Schlagzeug) beginnt um 20 Uhr. Danach gibt es Party. Karten kosten fünf Euro.

Das Festival, das sich nach dem Phänomen der plötzlich auftauchenden Kunst und der kreativen Zwischennutzung in Zeiten überteuerter Mieten benannt hat, ist das dritte seiner Art im Marstall. Start war im Oktober 2016 mit Skulpturen von Gerd Jäger und einer Lesung von Jürgen Tonkel gewesen.

Zur SZ-Startseite
Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB