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Krailling:Atmen üben im Container

Feuerwehrleute bekommen eine neue Trainingsanlage. Die Kosten belaufen sich auf eine halbe Million Euro

Von Michael Berzl, Krailling

Feuerwehrleute, die mit Atemschutz in ein Haus vorrücken, um einen Menschen zu retten oder auch nur einen Zimmerbrand zu löschen, leisten dabei Schwerstarbeit. Eine Atemmaske im Gesicht, eine Pressluftflasche auf dem Rücken und schwere Schutzkleidung am Körper: Bis zu 30 Kilogramm kann die Ausrüstung wiegen. Um dieser Belastung im Ernstfall gewachsen zu sein, müssen die Einsatzkräfte das regelmäßig trainieren. Künftig steht dafür ein spezieller Übungscontainer zur Verfügung, den der Landkreis beim Kraillinger Feuerwehrhaus aufstellen will. Die Kosten belaufen sich auf etwa eine halbe Million Euro. Der Kreisausschuss hat diese Ausgabe einstimmig gebilligt und beschlossen, ein Planungsbüro zu beauftragen.

Die Anlage im Keller des Starnberger Landratsamtes, die seit dem Bau im Jahr 1987 genutzt wurde, ist mittlerweile veraltet; wegen der laufenden Bauarbeiten an der Kreisbehörde kann sie ohnehin nur eingeschränkt, teilweise gar nicht mehr genutzt werden. Künftig soll der Raum als Lagerfläche genutzt werden. Seit diesem Jahr ist man deshalb nach Planegg ausgewichen, was aber auf Dauer keine Lösung ist. Darum hat sich der Kreis nun für die Containerlösung entschieden, die zunächst für die nächsten sechs bis acht Jahre ausgelegt ist. Demnach werden neben dem Feuerwehrhaus, das sich einen knappen Kilometer außerhalb des Ortes an der Straße nach Pentenried befindet, drei Container aufgestellt.

An den Kosten beteiligt sich der Kreis voraussichtlich mit etwa 60 000 Euro. Cornelia Osbahr-Schöne, die im Landratsamt für Sicherheit und Ordnung zuständig ist, berichtete in der Ausschusssitzung im Gilchinger Rathaus, diese mobile Anlage solle später in ein Katastrophenschutzzentrum integriert werden, das ebenfalls bereits geplant werde. Dass es eine Investition mit Zukunft ist, ist ein Aspekt, der Kreisräten mit Blick auf die aktuell schwierige Haushaltslage wichtig war.

Wie wichtig die Übungsmöglichkeit ist, machte Kreisbrandrat Peter Bauch im Ausschuss deutlich: "Die Anlage ist sehr stark ausgelastet", sagte er. Pro Jahr müssten dort etwa 200 Teilnehmer von Grundlehrgängen üben, außerdem 1200 Teilnehmer an Wiederholungsübungen. Simuliert werden bei den Übungen die Belastungen eines Einsatzes. Dazu gehören 200 Meter Gehen auf einem Laufband und Sprossensteigen auf einer sogenannten Endlosleiter, wobei es sich ebenfalls um eine Art Laufband handelt, aber eben in der Vertikalen.

© SZ vom 14.11.2020

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