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Herrsching:Helferkreis: Asylbewerber brauchen Perspektive

Die Nachricht, dass Herrsching womöglich die Baugenehmigung und damit auch den Vertrag für seine Flüchtlingsunterkunft nicht verlängert, hat beim Helferkreis Bestürzung ausgelöst. In einem offenen Brief verweisen die Herrschinger Helfer auf die Bewohner, die Teil der Gemeinde geworden seien, auf deren Arbeitsplätze, die sie in Herrsching gefunden hätten, und auf die Kinder, die dort Kitas und Schulen besuchten: "Sicher würden einige Betroffene regelrecht retraumatisiert, wenn sie jetzt entweder in die Obdachlosigkeit entlassen würden oder bezahlbaren Wohnraum weit entfernt in der Peripherie suchen müssten", schreibt der Asylhelferkreis. Deshalb fordert er, vor einer möglichen Schließung der Anlage einen voll befriedigenden Übergang zu schaffen, um "Entwurzelung zu verhindern". Er schlägt vor, verstärkt an private Vermieter zu appellieren, Leerstand aufzuspüren oder als Gemeinde selbst zu bauen. "Die Menschen müssen aus humanitären Gründen und wegen der hier im Ort geleisteten Integrationsarbeit (Kindergarten, Schule, Arbeitsplatz, Freundschaften. . .) vorrangig in Herrsching eine angemessene und dauerhafte Bleibe bekommen", betonen die Helfer. Erst wenn Perspektiven in Herrsching für die Bewohner des Containerdorfes geschaffen seien, könne man über dessen Schließung nachdenken.

© SZ vom 18.02.2021 / Abec
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