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Haushalt:Glückliches Pöcking

Aufzeichnung statt Live-Auftritt: Rainer Schnitzler.

(Foto: Gemeinde Pöcking)

Die Gemeinde steht finanziell gut da, berichtet der Bürgermeister im Video-Podcast

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Pöcking

Trotz Pandemie hat die Gemeinde Pöcking bei den Steuereinnahmen noch keine Einbußen zu verzeichnen. "Die Finanzlage ist nach wie vor gut", sagte Bürgermeister Rainer Schnitzler am Donnerstag. Weil die Bürgerversammlung wegen Corona ausgefallen ist, hat sich der Rathauschef in einer 54-minütigen Rede per Video-Podcast an die Bürger gewandt. Seine Rede kann unter www.poecking.de bis Januar im Internet abgerufen werden und ist auch per PDF-Download verfügbar. Eine Kurzfassung soll im "Gemeindeboten" veröffentlicht werden. "Unsere Bürger sollen die Möglichkeit haben, den Rechenschaftsbericht auch in den Weihnachtsferien anzuschauen", sagte Schnitzler auf Anfrage. Ihm zufolge gab es bislang nur eine Rückmeldung von einem Bürger, der Fragen zu den geplanten E-Landestationen und zum Verkehr hatte. Anträge gingen nicht ein, aber das hatte Schnitzler auch nicht erwartet. In den vergangenen Jahren seien ebenfalls nur selten Anträge gestellt worden, sagte er.

Finanzen

Nach den Berechnungen von Kämmerer Michael Schmid wird die Gemeinde voraussichtlich fünf Millionen Euro an Gewerbesteuer einnehmen. Das sind zwar nicht mehr die zweistelligen Millionenbeträge der vergangenen Jahre, aber das hat mit Corona nichts zu tun. Schon vor Jahren hatte Pöckings größter Gewerbesteuerzahler seinen Rückzug angekündigt. Schnitzler rechnet allerdings mit Corona-bedingten Einnahmeausfällen bei der Umsatzsteuer (1,2 Millionen Euro) und der Einkommenssteuer (4,8 Millionen Euro), die laut Bayerischem Gemeindetag bei etwa 5,5 Prozent liegen sollen. Der Verwaltungshaushalt beträgt 42,5 Millionen. Der Vermögenshaushalt sei mit 47,7 Millionen "aufgebläht" wegen der Sonderrücklage, sagte Schnitzler. Seit Jahren hängt über Pöcking das Damoklesschwert einer Gewerbesteuerrückzahlung. Die Gemeinde hat deshalb Rücklagen gebildet, die dieses Jahr um 10,4 auf insgesamt 30 Millionen Euro aufgestockt wurden. Die größten Ausgabeposten sind die Kreisumlage mit 18 Millionen Euro und die Kinderbetreuung mit 1,8 Millionen Euro. Bei den Ausgaben im Vermögenshaushalt handelt es sich hauptsächlich um Baumaßnahmen wie Grundstückskäufe, die Sanierung gemeindeeigener Immobilien und des Friedhofs.

Gewerbegebiet Schmalzhof

Mit der Erschließung des Gewerbegebiets Schmalzhof geht es voran. Die Gemeinde hat dort 99 Bäume sowie 2053 Sträucher gepflanzt. Auch für den ehemaligen Gutshof gibt es Planungen. Nach Angaben des Rathauschefs soll der Dreiseithof erhalten werden. Dort sind Wohnen, Gewerbe und Kunst geplant.

Gasthof Schauer

Die 1,15 Millionen Euro teure Straßen- und Platzgestaltung vor dem frisch sanierten Gasthof soll heuer abgeschlossen werden. Pöcking bekommt 465 000 Euro von der Städtebauförderung zurückerstattet. Nun will die Gemeinde die Fassadensanierung des Mietshauses in Angriff nehmen.

Forsthaus am See

Ausführlich berichtet Schnitzler von den neuen Planungen für das 90-Betten-Hotel Forsthaus am See und zeigt dazu viele Fotos . Der Entwurf ist angelehnt an die Pfahlbauten vor der Roseninsel.

Freiwillige Feuerwehr

Neben dem Autohaus Bauer ist ein neues Feuerwehrhaus geplant. Die Gemeinde hat dafür drei Grundstücke gekauft. Derzeit entsteht der Entwurf des Bebauungsplans. Ob die DLRG dort mit der Feuerwehr ein Rettungszentrum bildet oder ins bisherige Feuerwehrhaus zieht, ist noch offen. Für das geplante Feuerwehrhaus in Maising hat die Gemeinde ein Areal der Bundeswehr erhalten mit der Auflage, das Gebäude innerhalb von fünf Jahren zu bauen. Dafür gewährleistet die Feuerwehr den Brandschutz für die Kaserne.

E-Mobilität

Ein E-Mobil für Carsharing steht bereit. Betreiber ist die Energiegenossenschaft Fünfseenland. Nun müssen noch Ladestationen am Beccult sowie am neuen Parkplatz hinterm Rathaus angeschlossen werden. Wenn die Arbeiten beendet sind, sollen die Pöckinger informiert werden. Auskünfte bei Stefan Bäuerle (08157/930640).

© SZ vom 28.11.2020
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