Gilching Expressbus hebt ab

Linie X910 wird noch schneller, weil Umweg über die Autobahn entfällt

Es dürfte der erste Linienbus in Deutschland sein, der über einen Flugplatz fährt, der in Betrieb ist: der Expressbus X910, der voraussichtlich spätestens im Juni am Kopfende der Landebahn den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen überqueren wird - wenn nicht gerade ein Flugzeug landet oder startet, wie Gilchings Bürgermeister Manfred Walter berichtet. Es handelt sich um die Linie zwischen S-Bahnhof Weßling und der U-Bahnstation Großhadern. Der Bus muss bisher einen Abstecher über die Lindauer Autobahn machen, wo oft dichter Berufsverkehr und auch Staugefahr herrscht. Doch mit der Verlängerung der Claude-Dornier-Straße am Gewerbegebiet Gilching Süd entlang zum Gewerbepark West in die Friedrichshafener Straße kann der Expressbus den Umweg über die A 96 vermeiden - und so laut Walter etwa sieben Minuten an Fahrzeit einsparen. Die Route über den Flugplatz sei durch eine Schranke und Ampelschaltung gesichert.

Der Ausbau der Dornierstraße bis zum Flughafenareal ist bereits seit 2004 genehmigt. Die Trasse führt auch über die Melchior-Fanger-Straße, die Neugilching mit dem Naherholungsgebiet im Unterbrunner Holz verbindet. Walter betont, dass auch an dieser Überquerung an die Sicherheit gedacht werden müsse. Ein weiteres Problem sieht der Rathauschef im weiter zunehmenden Verkehr, wenn die komplette Dornierstraße freigegeben ist. Besonders der Kreisel beim Gewerbegebiet Süd auf der Staatsstraße, der bereits jetzt überlastet sei, werde dann zu einem Problem, erklärte Walter.

Die Expressbuslinie X910 verbindet alle großen Arbeitgeber im Norden des Landkreises Starnberg mit der Münchner U-Bahn und hat zwölf Haltestellen. Von der Linie profitieren mehr als 5000 Beschäftigte in Gilching Süd und Oberpfaffenhofen. Die Fahrzeit des Schnellbusses beträgt derzeit 50 Minuten.