Gilching Bohrungen geplant

Konsortium will Chancen für Geothermie ausloten

Mit nachhaltiger und unerschöpflicher Wärmeenergie aus der Tiefe auch Gilching zu versorgen, ist ein Ziel von Bernd Schulte-Middelich. Als Geschäftsführer der "Asto Ecopark Gauting" präsentierte er am Dienstag dem Gemeinderat das Projekt "Hydrothermale Geothermie", das für das Claimgebiet "Gauting West" mit Gilching und Weßling eine interessante Option wäre, um Ressourcen zu schonen. Man wolle der Gemeinde die Geothermie "nicht aufdrängen", versicherte Schulte-Middelich. Aber auch Unternehmer hätten das Problem erkannt, "umweltverträgliche Energie zu erzeugen".

Sein Konsortium mit der Silenos Energy GmbH und der Fachfirma Erdwerk aus München will mit Bohrungen im Unterbrunner Holz die Geothermie östlich des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen ausloten. Das Ingenieurbüro Kess wird dazu im nächsten Umweltausschuss die Machbarkeitsstudie vorstellen, die laut Schulte- Middelich zeige, dass das Geothermie-Projekt hier funktionieren könne. Die Voraussetzungen seien gut, sagte der Geschäftsführer. Die Investitionskosten würden zunächst 19,5 Millionen Euro und die jährlichen Betriebskosten etwa 1,2 Millionen Euro betragen. Der mögliche Wärmepreis könne aber noch nicht konkret benannt werden. Die Projektplaner, zu denen Oliver Friedlaender von der österreichischen Bohrfirma und der Geologe Ulrich Steiner vom Erdwerk gehören, gehen davon aus, dass in Gilching 30 000 Tonnen Kohlendioxid durch Geothermie einzusparen seien. Schulte-Middelich ging auch auf die Frage des Wasserreferentin Dorothea Heutelbach (CSU) ein, ob ein Bohrplatz im Trinkwasserleiterbereich des Unterbrunner Holz überhaupt möglich sei. Der Standort liege nicht im Wasserschutzgebiet, hieß es dazu, wäre aber "unter Auflagen auch dort möglich". Derzeit ist die Gemeinde Gilching nur als "Abnehmer" der Wärmeenenergie im Gespräch, nicht als Mitinvestor, wie manche Kommunen östlich von München. Diese Gemeinden spielten hierbei "in einer anderen Liga", betonte Bürgermeister Manfred Walter (SPD).

Er glaubt, dass es in punkto Geothermie in seiner Gemeinde "noch viel Diskussionsbedarf" gebe. Walter war aber mit der ersten Präsentation der Claim-Besitzer im Gemeinderat recht zufrieden. Nun muss auch noch die inzwischen fertige Machbarkeitsstudie erläutert werden.