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Gilching:Aus zwei mach eins

Gilching

Die Tage des Gilchinger Jugendhauses sind gezählt. Es wird angeblich zu wenig genutzt.

(Foto: Arlet Ulfers)

Die Gemeinde gibt ihr Jugendhaus auf und setzt auf den Treff im Ortszentrum

Von Christian Deussing, Gilching

Das Jugendhaus an der Weßlinger Straße in Gilching soll aufgegeben und in den Jugendtreff an der Rathausstraße im Ortszentrum integriert werden. Dieser Treffpunkt war vor zwei Jahren in der ehemaligen Bücherei eröffnet worden. Das beschloss am Dienstagabend der Gemeinderat bei drei Gegenstimmen. Das Gremium folgte damit dem Antrag der Jugendreferentin Sophie Hüttemann sowie von Kerstin Königbauer und Selina Rieger von der SPD-Fraktion. Sie verwiesen darauf, dass das Angebot des Jugendhauses seit längerem zu wenig genutzt werde, sich aber der besser erreichbare Jugendtreff am Hartplatz der Mittelschule "toll entwickelt" habe und für die Bedürfnisse aller Jugendliche ausgestattet sei. Die Räume seien als Anlaufstelle für Jugendliche zwischen zwölf und 21 Jahren geeignet , der Zugang sei barrierefrei, der Treff könne samstags bis 22 Uhr öffnen und sei näher am Streetwork dran, heißt es zur Begründung.

Entschieden wurde zudem, ein Konzept zu entwickeln, wie das Jugendhaus und sein Areal an der Weßlinger Straße künftig genutzt werden könnten. Zur Debatte stehen Mittagsbetreuung, Krippe, Kindergarten oder Hort - entweder im sanierten Gebäude oder in einem Neubau nach Abriss des Jugendhauses. Das künftige Nutzungskonzept des Anwesens soll nun die Verwaltung erarbeiten.

Der Antrag zur Zusammenlegung sei bei der CSU-Fraktion auf offene Türen gestoßen, sagte Harald Schwab. Denn die Jugend gehöre in die Ortsmitte - und nicht an den Rand der Gemeinde. Bei einem erweiterten und interessanten Programm werde es den entsprechenden Zulauf geben, ist Schwab überzeugt. Dagegen hielt es Herbert Gebauer (Grüne) für fraglich, ob die meist 16 bis 27 Jahre alten Besucher des bisherigen Hauses den Jugendtreff annehmen oder dort integriert werden könnten. Als problematisch und "fatalen Fehler" kritisierte sein Fraktionskollege Peter Unger den beantragten Umzug des Jugendhauses, weil dazu die Experten vom Arbeitskreis "Offene Jugendarbeit" im Starnberger Landratsamt nicht angehört worden seien. Doch Ungers Antrag, das Thema deshalb zu vertagen, wurde abgelehnt.

Der Gemeinderat stimmte hingegen dem Vorschlag von Sozialreferentin Diana Franke (Grüne) zu, nach einem Jahr die Entwicklung der Besucherzahlen im erweiterten Jugendtreff auszuwerten. Dabei sollen dann auch die Altersgruppen berücksichtigt werden.

© SZ vom 23.07.2020

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