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Gauting:Krapfberg-Villa im Angebot

Die Gemeinde sucht nach Interessenten für die Immobilie in prominenter Lage

Von Michael Berzl, Gauting

"Der Zauber dieses Dornröschenschlosses schwindet sehr schnell, wenn man die Türschwelle des Gebäudes überschreitet". Diesen desillusionierenden Eindruck hat der FDP-Gemeinderat Markus Deschler bei einer Besichtigung der Villa am Krapfberg gewonnen, das in der Gautinger Lokalpolitik eine große Bedeutung bekommen hat. Die Lebensdauer nähere sich ihrem Ende, eine Generalsanierung wäre jedenfalls sehr teuer, meinte der Fraktionssprecher und Dritte Bürgermeister im Bauausschuss und so schreibt es die Gemeinderätin und FDP-Kreisvorsitzende in ihrem Mitgliederrundbrief. Dennoch will die Gemeinde es zumindest versuchen, ob sich nicht doch ein Käufer finden lässt, der von einem Abriss absieht und bereit ist, in den Erhalt zu investieren. Mit großer Mehrheit hat der Bauausschuss beschlossen, die Immobilie in prominenter Lage in der Nähe des Rathauses am Markt anzubieten. Bewerben können sich in dieser Ausschreibung allerdings auch Interessenten, die einen Abbruch planen.

Die Grünen hätten diese Variante gerne zunächst e ausgeschlossen und den Immobilienmarkt in einem zweistufigen Verfahren erkundet: Dabei sollten sich im ersten Schritt nur die Liebhaber melden, die das Objekt am Krapfberg erhalten wollen. Ein entsprechender Antrag fand aber keine Mehrheit. Abgelehnt wurde auch ein Vorschlag der Fraktion "Miteinander-Füreinander 82131", wonach die Gemeinde das Grundstück behalten sollte, um dort einen Kindergarten zu bauen.

Den Weg, der nun beschritten wird, hat der CSU-Gemeinderat Michael Vilgertshofer als Kompromissvorschlag eingebracht. Demnach können Gebote sowohl für einen Kauf als auch für eine Pacht nach Erbbaurecht abgegeben werden. Dabei müssen nicht nur ein Kaufpreis oder der entsprechende Erbbauzins genannt werden, sondern es muss auch ein Nutzungskonzept unterbreitet werden. Sollte ein Neubau beabsichtigt sein, müssen Pläne beiliegen. Am Schluss entscheidet der Gemeinderat, was mit dem Grundstück geschehen soll. Potentielle Käufer scheint es jedenfalls zu geben. Schon auf einen Aufruf der SPD in einem Flugblatt hin hätten sich elf Interessenten gemeldet, berichtete der Ortsvorsitzende und Fraktionssprecher Eberhard Brucker im Ausschuss.

© SZ vom 07.05.2021
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