Gauting Jung und theateraffin

Abiturientinnen wollen Kinder für Schauspielerei begeistern

Von Sabina Zollner

In den großen Theatern Münchens sieht man selten ein junges Gesicht. Für Abiturientin Elisabeth Holländer liegt das daran, dass Eltern ihr Interesse am Theater oft nicht an ihre Kinder weitergeben. Zusammen mit ihrer Mitschülerin Katja Mayer wollte Elisabeth das ändern. Im Rahmen ihres Projektseminars "Was für ein Theater" am Otto-von-Taube Gymnasium Gauting versuchten die beiden, jüngeren Mitschülern das Münchner Theaterleben näher zu bringen. "Wir wollen mit diesem Projekt eine Möglichkeit aufzeigen, sich auszutauschen, die Fantasie zu fördern und in den jungen Schülerinnen und Schülern eine vielleicht noch unbekannte Begeisterung für ein noch fremdes Medium wecken," erklärt Elisabeth.

Für das Projekt machte sich die Seminargruppe auf die Suche nach Angeboten für junge Theaterinteressierte. Da gibt es zum Beispiel das "junge Resi" am Münchner Residenztheater, das Workshops und Lehrerfortbildungen offeriert. Oder das Volkstheater: Das bietet das Abo "Jung ganz vorne" an. Für 15 Euro können Kinder und Jugendliche drei Vorstellungen ihrer Wahl auf den besten Plätzen genießen. Auch die Kammerspiele haben ein Angebot für Kinder. Bei einem Ostercamp können sie mit Mitgliedern des Ensembles gemeinsam Theater machen.

Um ihre Mitschüler aus der Unterstufe für das Theater zu begeistern, planten Elisabeth Holländer und Katja Mayer eine gemeinsame Theatervorstellung mit der Klasse 5b vom Otto-von-Taube Gymnasium. Sie entschieden sich für den bekannten Kinderbuchklassiker "Alice im Wunderland" im Residenztheater. "Karten dafür zu bekommen war gar nicht so einfach," berichtet Katja Mayer. Bevor es in Theater ging, durften die Schüler der Klasse 5b aber erst einmal selber ran. In zwei Schulstunden konnten sich die Fünftklässler bei Rollenspielen und Improvisationstheater austoben. Das machte das Stück im Residenztheater für die kleinen Gäste um einiges spannender. Für Katja und Elisabeth steht fest: Theater geht auch ohne Eltern. Für ihre nächste Vorstellung, "Romeo und Julia", haben sich die Teilnehmer des Projektseminars schon Karten besorgt.