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Friedhof:Mausoleum für Gauting

Gemeinderat sieht den Bau eines großen Grabmals positiv

Auf italienischen Friedhöfen sind kleine Häuschen als letzte Ruhestätte durchaus üblich, auf dem Zentralfriedhof in Wien gibt es wahre Prachtbauten, die zu diesem Zeck errichtet wurden, im Landkreis Starnberg hingegen sind Mausoleen die seltene Ausnahme. So ist das Thema auch Neuland für die Gautinger Kommunalpolitiker, die sich wegen der Anfrage einer Familie damit befassen müssen. Bisher ist diese Art Grab auf dem dortigen Waldfriedhof nicht vorgesehen. Doch das wird sich ändern, denn der Hauptausschuss hat fast einstimmig entschieden, grundsätzlich die Errichtung von Mausoleen zu ermöglichen. Markus Rathner, der im Rathaus für die Friedhofsverwaltung zuständig ist, hat im alten Teil des Areals schon eine geeignete Stelle gefunden. Aber es gäbe auch weitere Plätze, wo solche Grabmale errichtet werden könnten.

Die Rathausverwaltung soll nun eine neue Fassung für die Friedhofssatzung und die dazu gehörenden Gebührenordnung vorlegen. Denn die Vorgaben für Mausoleen müssen erst festgelegt werden. Da geht es zum Beispiel um die Nutzungsdauer, die nach Ansicht von Bürgermeisterin Brigitte Kössinger (CSU) bei mindestens 30 Jahren liegen müsste, so wie das auch in München gehandhabt werde. Normale Gräber für Erdbestattungen gibt es in Gauting schon ab zehn Jahren. Auch die Kosten werden höher sein, da deutlich mehr Platz benötigt wird. Die Gemeinde will sich außerdem für den Fall absichern, dass so eine Grabstätte einmal nicht mehr genutzt wird und abgebrochen werden soll. Um welche Größenordnungen es gehen kann, zeigen Entwürfe, die der Anfrage beigelegt waren. Demnach würde das geplante Mausoleum knapp drei Meter breit und fast 3,70 Meter hoch. So etwas muss man sich leisten können. "Das wird eine sehr kostenintensive Sache", erklärte Rathausmitarbeiter Rathner. Zugleich ist er der Ansicht: "Das ist eine Aufwertung der Friedhofskultur".

Genauso sieht das auch der Bestatter Markus Eckl, der seit mehr als 20 Jahren bei der Firma Zirngibl in Starnberg arbeitet und viele Friedhöfe im Landkreis kennt. "Das ist eine schöne Sache, ein echter Hingucker", findet er. In einem Mausoleum können sowohl Urnen als auch Särge untergebracht werden. Bei einer Bestattung im Sarg sind aber besondere Vorkehrungen notwendig, zum Beispiel eine Auskleidung mit Zink und eine ausreichende Belüftung des Grabmals.

Grundsätzliches Wohlwollen klang aus fast allen Stellungnahmen quer durch die Fraktionen. Nur Jens Rindermann von den Grünen meint: "Ich bin nicht überzeugt. Das passt nicht zu unserem Waldfriedhof." Er hat als einziger abgelehnt, die Friedhofssatzung zu ergänzen.