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Flüchtlingsunterkünfte:Verzicht auf Hallenbau

Pentenried entscheidet sich gegen Flüchtlingsunterkunft

Von Christiane Bracht, Pentenried

Die Nachricht, dass beim Pentenrieder Sportgelände eine große landwirtschaftliche Halle für 120 Asylbewerber aufgestellt werden sollte, hat eingeschlagen wie ein Blitz. Die Aufregung im Ort war riesig. "Pentenried hat nur 714 Einwohner. Da sind 120 Flüchtlinge überproportional viele", warnte Andrea Schulte-Krauss (Grüne) ihre Gemeinderatskollegen schon vor etwa drei Wochen. Die Pentenriederin berichtete, dass sich bereits Unmut breit gemacht habe bei den "Leuten im Ort". Auch Rudolf Heidrich (FBK) aus Frohnloh wusste, dass sich eine starke Opposition gegen das Vorhaben gebildet hatte. In Krailling hatte das bis dahin kaum jemand registriert. Der Wald trennt die Ortsteile eben nicht nur geografisch.

Anders als in Krailling glätten sich die Wogen in Pentenried aber offenbar genauso schnell wieder, wie sie hochschwappen. Und so ist kaum einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass der Gemeinderat sich mit Rücksicht auf Gauting gegen eine derartige Flüchtlingshalle entschieden hat, in Pentenried wieder alles beim Alten. Zur Bürgerversammlung am Montag kamen gerade mal 60 Zuhörer, gut ein Drittel davon war allein der Gemeinderat und die Verwaltung. Bürgermeisterin Christine Borst berichtete in aller Ruhe über das vergangene Jahr und gab einen Ausblick auf das laufende. Die Pentenrieder hörten geduldig zu.

Dank 5,13 Millionen Euro Gewerbesteuer und 6,15 Millionen Euro Lohn- und Einkommenssteuer steht Krailling finanziell gut da und kann es sich leisten, heuer zwei Straßen zu sanieren und die Schule energetisch aufzurüsten. Die Margaretenstraße soll schöner werden, wie ist aber noch nicht klar. Borst will aber demnächst darüber informieren. Auch die Pentenrieder Brennerei, die seit einiger Zeit stillgelegt ist, wird derzeit überplant. Im April oder Mai wird ein Bebauungsplanentwurf vorgestellt, der mit "verschiedenen Vertretern aus Pentenried" abgestimmt ist.

Das größte Problem der Gemeinde ist die Unterbringung von Asylbewerbern. Container für 144 Flüchtlinge werden gerade am Rand der Sanatoriumswiese errichtet, aber das reicht bei Weitem nicht. 255 Flüchtlinge soll Krailling bis Ende des Jahres aufnehmen. Es sei schwierig, einen passenden Platz für sie zu finden, sagt Borst; auch für Wohnungen. Ein Pentenrieder, der sich noch nicht ganz beruhigt hatte, monierte die schlechte Informationspolitik der Gemeinde. Borst bat um Verständnis, dass in Sachen Asyl alles sehr kurzfristig geplant werde.

© SZ vom 02.03.2016
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