Festival Kult-Art nur noch alle zwei Jahre

Kraillinger Finanzausschuss spart und streicht die Veranstaltung 2020

Von Carolin Fries

Wer die Festivalkultur liebt, sollte das diesjährige Kraillinger Kult-Art keinesfalls verpassen - denn für das kommende Jahr hat die Gemeinde das Fest gestrichen. Der Finanzausschuss hat einem entsprechenden Antrag der FBK-Fraktion am Dienstagabend zugestimmt. Künftig soll das dreitägige Festival nurmehr alle zwei Jahre stattfinden. Der Grund: Die Gemeinde muss sparen.

Schon seit 17 Jahren gibt es das Festival der Würmtal-Gemeinde, das mit einer Mischung aus Markttreiben, Kulinarik und Bühnenevents jedes Jahr Tausende Besucher auf den ehemaligen Gutshof am Waldsanatorium lockt, wo auch der Bauhof beheimatet ist. Im vergangenen Jahr traten etwa Wolfgang Krebs und Lisa Fitz auf, heuer wird vom 5. bis 7. Juli unter anderem mit Georg Ringsgwandl und der Spider Murphy Gang gefeiert.

FBK-Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl freut sich, "dass sich endlich etwas ändert". Zu hoch seien die jährlichen Defizite gewesen. Das jährlich kalkulierte Budget in Höhe von 20 000 Euro sei regelmäßig überschritten geworden. Abgesehen davon seien auch die unzähligen Arbeitsstunden von Rathaus- und Bauhofmitarbeitern sowie die Fahrzeugstunden gar nicht in die Berechnungen eingeflossen. Ihren Berechnungen zufolge kämen damit jedes Jahr zwischen 100 000 und 138 000 Euro zu Lasten der Gemeinde zusammen. "Und es ist nicht so, dass es sonst kein Fest in Krailling gäbe", betont sie. Zum Muttertag organisiert die Gemeinde jedes Jahr ein Straßenfest, ein paar Wochen später wird im Bürgertreff Hubertus das Sommerfest gefeiert. Eleonore Zwißler (CSU) schlug vor, das Sommerfest zu streichen. Kult-Art und Straßenfest sollten sich künftig abwechseln. Im Herbst will man über diese Idee im Gemeinderat beraten. Dann will das Gremium auch festlegen, ob das nächste Kult-Art im Jahr 2021 oder erst 2022 stattfindet.

Erika Harder (SPD) stellte den Antrag, nach dem diesjährigen Fest einen Arbeitskreis zu gründen, um ein gänzlich neues Konzept für das Kult-Art zu erarbeiten. "Überschaubarer, günstiger, regionaler" solle das Festival werden. Doch eine Mehrheit bekam sie nicht.