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CSU-Politiker Michael Kießling:Er kommt, wenn's brennt

Weßling,  Michael Kießling FFW Auto

Das Blaulicht durfte bleiben, doch wo die Ausrüstung war, findet sich nun ein Kühlschrank - der CSU-Politiker Michael Kießling vor seinem LF 16.

(Foto: Georgine Treybal)

Der Bundestagsabgeordnete hat ein 60 Jahre altes Feuerwehrauto zum Bürgerbüro umgebaut

Drinnen riecht es nach Maschinenöl und Metall. Knapp 60 Jahre alt ist dieses Feuerwehrauto, aber der kreisrunde Tachometer zeigt erst 26 132 Kilometer an. Neben den Armaturen liegt ein schwarzer Telefonhörer, der an einem Spiralkabel hängt, mit Kippschaltern lassen sich Heizung und Schalttafel-Beleuchtung ein- und ausschalten. Hinter dem Fahrersitz befinden sich zwei Sitzbänke aus Holz. In diesem Oldtimer lassen sich viele liebenswerte Details entdecken. Seit ein paar Monaten gehört der Wagen dem CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Kießling aus Denklingen und dient ihm als mobiles Bürgerbüro. Am Mittwoch hat er es zum ersten Mal in dieser Funktion ausprobiert in Germering und Weßling.

Kießling war selbst bei der Jugendfeuerwehr und hat an Wettbewerben mit der Kübelspritze teilgenommen, außerdem hat er ein Faible für alte Nutzfahrzeuge und sich auch schon einmal einen Fendt-Traktor gekauft. Eigentümer eines Löschfahrzeugs wurde er eher zufällig. Als er nach einem Transporter suchte, entdeckte er das Angebot am Bodensee. Nach einer Probefahrt mit dem 1960 gebauten Produkt vom Typ LF 16 aus der Feuerwehrgerätefabrik der Gebrüder Bachert war er schnell entschlossen. Den Preis verrät er nicht.

Ein paar Umbauten waren nötig, bis das Fahrzeug, das zuletzt bei der Werksfeuerwehr auf einer Deponie in Baden-Württemberg eingesetzt war, alltagstauglich wurde. So durften zum Beispiel die Blaulichter auf dem Dach bleiben, die Lampen mussten aber entfernt werden. Die Aufhängung für den Schlauchwagen wurde entfernt. Aus dem Zwölftonner wurde ein Lieferwagen, den auch Kießling mit seinem regulären Pkw-Führerschein selbst steuern darf. Recht viel mehr war nicht zu tun. Sogar die Leiter ist noch auf dem Dach. Wo einmal Rettungsausrüstung verstaut war, befindet sich jetzt allerdings ein Kühlschrank. Damit das Feuerwehrauto ordentlich aussieht, hat der neue Eigentümer den Wagen gründlich auf Hochglanz poliert. "Das hat schon zwei Tage gedauert, bis ich da ganz rum war", erzählte Kießling, als er in Weßling Station machte.

Das auffällige Fahrzeug scheint sich zu bewähren. "Man kommt gleich mit den Leuten ins Gespräch", hat der Politiker festgestellt, der als Wahlkreisabgeordneter auch für den Landkreis Starnberg zuständig ist. Da geht es schon auch um Politik, um die Maut, um Verkehrs- oder Wohnungsprobleme, um die EU oder aktuell natürlich auch um die Wahl von Ursula von der Leyen zur Kommissionspräsidentin, aber eben auch um Kießlings neue Errungenschaft. "Die lassen sich das Auto zeigen oder erklären mir auch mal was." Zum Beispiel die Sache mit dem "Nato-Knochen". So nennen Insider einen Hebel unter dem Fahrersitz, der als Hauptschalter für die komplette Stromversorgung dient.

Wer sich mit dem CSU-Abgeordneten Kießling unterhalten oder auch nur sein Feuerwehrauto anschauen will, hat dazu Gelegenheit an diesem Donnerstag in Seefeld. Die mobile Bürgersprechstunde macht von 11 bis 13 Uhr Station beim Alten Rathaus.