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Betreuungseinrichtungen:Weg vom Tiefkühlessen

Rotes Kreuz lässt Kitas von "Il Cielo" und Albrechthof beliefern

Von Carolin Fries, Starnberg

Muss die Zucchini bio sein, oder ist es viel wichtiger, dass sie regional ist? Und was ist heißt regional in Bezug auf Lebensmittel überhaupt: Muss die Zucchini auf einem Feld im Landkreis gewachsen sein, oder ist viel wichtiger, dass sie hier verarbeitet wird? Mit Fragen wie diesen hat sich eine Kommission des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Starnberg beschäftigt, um Kriterien für eine Essensversorgung seiner 30 Betreuungseinrichtungen zu erarbeiten. "Das ist ein höchst emotionales Thema", sagt Kreisgeschäftsführer Jan Lang, der 2017 seine Erfahrungen auf diesem Gebiet machen sollte. Damals hatten Eltern einer Feldafinger Kita eine Petition gestartet, damit ihre Kinder mittags nicht essen müssen, was ein Caterer in Österreich zubereitet und dann tiefgekühlt ins Fünfseenland fährt.

Von September an sollen nun alle Einrichtungen, davon 28 im Landkreis Starnberg, von "Il Cielo" aus Weßling beziehungsweise dem Albrechthof aus Polling mit warmem Mittagessen beliefert werden. Beide Anbieter erfüllen die von der Kommission erarbeiteten Kriterien. Zehn Anbieter hatten sich laut Lang auf die Ausschreibung des BRK gemeldet, 32 Caterer hatte der Träger um ein Angebot gebeten. "Il Cielo" versorgt die Einrichtungen im Norden und Westen, der Albrechthof die im Süden. Die insgesamt durchschnittlich 1500 Essen pro Tag würden frisch zubereitet und innerhalb von maximal eineinhalb Stunden geliefert. "Das hat bei der Entscheidung extra Punkte gegeben", so Lang.

Bis 2017 hatte der Kreisverband bis zu 15 verschiedene Caterer an der Hand. Um die Versorgung zu vereinheitlichen, hatte das BRK nach neuen Wegen gesucht und sich damals für das "Cook and freeze"-Verfahren entschieden, bei dem die Speisen nach der Zubereitung tiefgefroren geliefert und in den Kitas in Öfen aufgewärmt werden. Nun ist man bei "Cook and hold" gelandet. Alle Essen würden aus biologischen, saisonalen und regionalen Lebensmitteln zubereitet, so BRK-Bereichsleiterin Andrea Griese-Pelikan. Kulturelle und religiöse Besonderheiten - etwa Essen ohne Schweinefleisch - und weit verbreitete Unverträglichkeiten wie eine Laktoseintoleranz würden auf Wunsch berücksichtigt, auch ein vegetarisches Angebot gebe es. Vegane oder koschere Speisen könne man nicht anbieten, ebenso kein Essen, das im Islam als halal gilt.

© SZ vom 05.08.2020

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